Altlast W14: Mineralöllände Hafen Freudenau I

Die Altlast umfaßt mehrere nebeneinanderliegende Betriebsgelände, auf denen seit dem ersten Weltkrieg mit Mineralöl und Mineralölprodukten manipuliert wurde. Im zweiten Weltkrieg wurden Teile der Betriebseinrichtungen (z.B. auch Tanks) zerstört.

Der Bereich, in dem aufgrund der Nutzungen und der Kriegsschäden eine Verunreinigung des Bodens mit Mineralöl vermutet wird, erstreckt sich unmittelbar am rechten Donauufer zwischen Stromkilometer 1.923,05 und 1.920,50 auf einer Breite von ca. 50 m. Die Begrenzungen in Längsrichtung sind die Donau und die Geleise der Donauuferbahn.

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Wien 2.,Leopoldstadt,
Wien,
Leopoldstadt,
5174, 5175, 5179/1, 5179/5, 5180/1, 5180/2, 5180/4, 5180/5, 5180/6, 5180/7, 5180/8, 5180/11, 5180/12, 5180/15, 5180/16, 5180/17, 5181
Lage der Altlast : Altlast im GIS anzeigen
Art der Fläche: Altstandort
Branche: Mineralöl-, Treibstofflager
Ergebnis Beurteilung: erhebliche Kontamination
Fläche Altlast (m²): 31.000 m²
Schadstoff(e) Mineralölkohlenwasserstoffe (aliphatische Kohlenwasserstoffe, aromatische Kohlenwasserstoffe)
Datum Eintrag Altlastenatlas: 09.03.1992
Datum der Prioritätenfestlegung: 20.04.1992
Priorität: 2
Status Maßnahme: in Durchführung
Art der Maßnahme: Dekontamination
Sanierungsverfahren (Gruppe): Räumung
Datum Aktualisierung Altlastenatlas: 14.05.1992

BESCHREIBUNG DER ALTLAST

In den 60er und 70er Jahren wurden die Standorte aufgelassen. In den 80er Jahren wurden die Betriebseinrichtungen von großen Teilen der Altlast entfernt. Derzeit wird das Gelände nicht genutzt.

Aus hydrogeologischer Sicht liegt die Altlast im Bereich der Donaualluvionen. Quartäre Donauschotter lagern auf den jungtertiären Sedimenten des Wiener Beckens. Die Untergrundverhältnisse ändern sich im Verlauf der Altlast deutlich, da in diesem Bereich die tertiären Sedimente absinken. Die Oberkante des Tegels, der den Grundwasserstauer darstellt, steht in einer Tiefe von 17 m bis 50 m unter GOK an. Der Grundwasserkörper besteht aus einer tieferliegenden Schicht von Sanden und Schluffen und darüberliegenden Donauschotter, in denen der überwiegende Teil des Grundwassertransportes stattfindet. Die Deckschicht wird von Ausanden und Aulehmen gebildet, die bis zu 3,5 m mächtig ist. In einem Teilbereich der Altlast verschwindet die Deckschicht vollständig und es stehen direkt die Schotter an der Geländeoberfläche an.

Aufgrund der Nähe zur Donau herrschen im Bereich der Altlast ausgeprägt instationäre Grundwasserströmungsverhältnisse vor. Kurzfristige Wasserstandsänderungen der Donau verursachen große Änderungen (bis zur Umkehr) der Grundwasserströmungsrichtung. Bei extremen Hochwasserereignissen wird die Altlast überflutet, bei Niederwasser sinkt der Grundwasserspiegel ca. 6 bis 7 m unter Gelände.

In der Umgebung der Altlast wird das Grundwasser für Nutzwasserzwecke verwendet.

 

GEFÄHRDUNGSABSCHÄTZUNG

Auf einem ca. 50 m breiten Uferstreifen am rechten Donauufer zwischen Stromkilometer 1.923,05 und 1.920,50 wurden aufgrund der Nutzung des Geländes durch mineralölverarbeitende Betriebe und Kriegsschäden Verunreinigungen des Bodens vermutet. Die vorliegenden Untersuchungen zeigen, daß der Boden im Bereich zwischen Stromkilometer 1.921,9 und 1.921,3 durch Mineralölprodukte erheblich kontaminiert ist. Dieser Teil der Altlast wurde seit dem ersten Weltkrieg von der ehemaligen Shell-Petroleum AG und der ehemaligen Österreichisch-Amerikanischen Petroleum Gesellschaft genutzt. Die Standorte dieser beiden Betriebe erstreckten sich von Stromkilometer 1.922,05 bis 1.921,2.

Für die Bereiche stromaufwärts (Stromkilometer 1.923,05 bis 1.922,05) und stromabwärts (Stromkilometer 1.921,2 und 1.920,5) der beiden oben angegebenen Standorte liegen bisher keine ausreichenden Unterlagen vor, um das Ausmaß der Bodenverunreinigungen beurteilen zu können.

Die Grundwasseruntersuchungen zeigen, daß von dem im Bereich der beiden Standorte teilweise bis zum Grundwasser kontaminierten Boden eine Grundwasserbeeinträchtigung ausgeht. Trinkwassernutzungen sind davon nicht betroffen.

Aufgrund der festgestellten Verunreinigung des Bodens und des Grundwassers durch Mineralölprodukte ist der Uferstreifen am rechten Donauufer bis zu den Geleisen der Donauuferbahn zwischen Stromkilometer 1.922,05 und 1.921,20 als Altlast einzustufen. Die beiden angrenzenden Bereiche der Altlast (Stromkilometer 1.923,05 - 1.922,05 und Stromkilometer 1.921,20 - 1.920,50) verbleiben im Verdachtsflächenkataster und können erst nach Vorliegen zusätzlicher Untersuchungen einer Gefährdungsabschätzung unterzogen werden.

 

Datum der Texterstellung:    Februar 1992