Sanierte Altlast S3: Deponie Saalfelden

Die „Deponie Saalfelden“ wurde von 1969 bis 1998 betrieben. Es wurden insgesamt rund 590.000 m³ Abfälle (Aushubmaterial, Bauschutt, Kompost, Hausmüll, Sperrmüll und Gewerbemüll) abgelagert. Die Sohle der Altablagerung war nicht abgedichtet und befand sich im Grundwasserschwankungsbereich. Auf Grund des großen Eintrages organisch belasteter Sickerwässer war im Grundwasserabstrom eine mehr als 500 m lange Schadstofffahne ausgebildet.

Die Altablagerung wurde mit einer Schlitzwand umschlossen. In weiterer Folge wurden Maßnahmen zur Entgasung gesetzt und eine Oberflächenabdichtung errichtet. Die Ergebnisse der Beweissicherung im Zeitraum 2002 bis 2004 bestätigen, dass die Altablagerung keine relevanten Belastungen des Grundwassers mehr verursacht. Es ist damit der Nachweis gegeben, dass die durchgeführten Si­cherungsmaßnahmen wirksam sind. Die Altlast ist daher als gesichert zu bewerten.

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Zell am See,
Saalfelden am Steinernen Meer,
Lichtenberg,
1047/5, 1047/10, 1050/1
Lage der Altlast : Altlast im GIS anzeigen
Art der Fläche: Altablagerung
Deponietyp: Kommunale Deponie
Art der Ablagerungen: Hausmüll,
Bauschutt,
Aushubmaterial/Abraum
Ergebnis Beurteilung: erhebliche Kontamination
Fläche Altlast (m²): 28.000 m²
Volumen Altlast (m³): 350.000 m³
Schadstoff(e) Deponiesickerwasser (Ammonium)
Datum Eintrag Altlastenatlas: 01.03.1990
Datum der Prioritätenfestlegung: 13.05.1990
Priorität: 1
Datum Ausweisung dekontaminiert: 01.06.2005
Status Maßnahme: abgeschlossen
Art der Maßnahme: Sicherung
Sanierungsverfahren (Gruppe): Vertikale Dichtelemente,
Deponiegasmaßnahmen,
Abdeckungen
Datum Aktualisierung Altlastenatlas: 01.06.2005

Beschreibung der Ablagerung

Die „Deponie Saalfelden“ befindet sich am Rand des Saalachtales rund 2.300 m nördlich von Saalfelden zwischen den Ortschaften Wiesing und Bachwinkl. Es handelt sich um eine ehemalige Schottergrube, die ab 1969 mit Aushubmaterial, Bauschutt, Kompost, Hausmüll, Sperrmüll und Gewerbemüll verfüllt wurde.

Die Deponie war ohne technische Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers errichtet worden. Insbesondere im Ostteil der Altablagerung reichte der Deponiekörper in den Grundwasserschwankungsbereich bzw. bis zu maximal 10 m ins Grundwasser. Die Schottergrube war rund 3,1 ha groß. Das Volumen der bis Sommer 1989 abgelagerten Abfälle kann mit rd. 350.000 m³ abgeschätzt werden. Der Deponiekörper war dabei im westlichen Teil ca. 15 m mächtig und im östlichen Teil bis zu 25 m.

In weiterer Folge wurden bis 1998 noch zusätzlich insgesamt 240.000 m³ Abfälle (Bauschutt und Aushub) abgelagert. Die Mächtigkeit des Deponiekörpers nach Abschluss der Deponie beträgt bis zu 35 m.

Beschreibung der Untergrundverhältnisse

Der Standort befindet sich am östlichen Rand des Saalachtales im Bereich eines Schwemmfächers am Fuß des Steinernen Meeres. Die Sedimente des Schwemmfächers sind als sandige, schwach schluffige Kiese zu beschreiben, in die unregelmäßig Steine und Blöcke eingelagert sind. Der Schwemmfächer erstreckt sich auf einer Breite von 300 bis 400 m in Richtung Nordwesten und geht schließlich in die Sedimente entlang der Saalach über. Der Schwemmfächer wird durch Festgesteine begrenzt. Im Südwesten besteht ein Geländerücken, der von einer Grundmoräne aufgebaut wird. Im Nordosten befinden sich die zum Steinernen Meer ansteigenden Hänge, die von kalkalpinen Festgesteinen geprägt werden. Dieser Begrenzung entsprechend ist an der Basis der Sedimente des Schwemmfächers im westlichen Teil der Altablagerung eine Grundmoräne ausgebildet, während im östlichen Teil Werfener Schichten (Tonschiefer, Quarzite, Sandsteine) und am nördlichen Rand auch eine Brekzie anzutreffen sind (sh. Abschnitt 6.1, Abbildung 2).

Das natürliche Gelände am Rand der Altablagerung befindet sich auf etwa 742 m ü.A. im Südwesten bis 757 m ü.A im Nordosten. Die sandigen, schwach schluffigen Kiese stellen den Grundwasserleiter dar. Die Grundwasserströmung ist generell nach Nordnordwesten gerichtet. Der Grundwasserspiegel zeigt jahreszeitlich sehr große Schwankungen und war vor 1989 zwischen etwa 716 m ü.A. und ca. 725 m ü.A. im  Frühjahr anzutreffen.

Die an der Basis der Kiese anstehende Grundmoräne ist sehr gering durchlässig (Durchlässigkeitsbeiwert < 10-9 m/s) und stellt einen Grundwasserstauer dar. Die Werfener Schichten und die Brekzie sind geklüftet bzw. porös und stellen damit keine grundwasserstauenden Schichten dar. Die Brekzie geht außerdem in größerer Tiefe (> 80 m) in Kalke und damit in gut wasserleitendes, verkarstetes Gestein über.

Beschreibung der Schutzgüter und Nutzungen

Die Altablagerung befindet sich in einem land- und forstwirtschaftlich genutztem Gebiet. Die nächsten bewohnten Gebäude befinden sich mehr als 200 m westlich der Altablagerung. Das Grundwasservorkommen ist sehr ergiebig und wird im weiteren Abstrom der Altablagerung durch Einzelwasserversorgungen genutzt. Nahe des südwestlichen Randes der ehemaligen Deponie fließt der Lärchbach, der in weiterer Folge rund 1,5 km nordwestlich in die Saalach mündet.

Gefährdungsabschätzung

Die „Deponie Saalfelden“ ist eine ehemalige Schottergrube, die ab dem Jahr 1969 mit Aushubmaterial, Bauschutt, Kompost, Hausmüll, Sperrmüll und Gewerbemüll verfüllt wurde. Die Deponie wurde ohne technische Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers errichtet, so dass vor allem der östliche Teil der Altablagerung bis in den Grundwasserschwankungsbereich bzw. bis zu 10 m ins Grundwasser reichte. Die Schottergrube war rund 3,1 ha groß. Das Volumen der bis Sommer 1989 abgelagerten Abfälle kann mit rd. 350.000 m³ abgeschätzt werden, das Gesamtvolumen der bis 1998 abgelagerten Abfälle kann mit rund 590.000 m³ angegeben werden. Der Deponiekörper ist bis zu ca. 35 m mächtig.

Die Ergebnisse der Grundwasserbeweissicherung im Zeitraum vor 1989 zeigten, dass im Abstrom der Altlast eine deutliche Beeinträchtigung des Grundwassers gegeben war.

Insbesondere im unmittelbaren Deponiebereich waren wiederholt auch bei den Parametern Summe Kohlenwasserstoffe (max. 0,32 mg/l), PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe; 6 Referenzsubstanzen max. 2,1 µg/l) und AOX (Aktivkohle adsorbierbare Halogene, max. 104 µg/l) erhöhte Messwerte gegeben.

Sowohl im Bereich der Altablagerung als auch im Grundwasserabstrom waren bei und unmittelbar nach hohen Grundwasserständen, die im allgemeinen nach der Schneeschmelze zwischen März und Juni zu beobachten sind, jeweils hohe Belastungen gegeben. Im Herbst bzw. nach länger andauernden niedrigen Grundwasserständen kam es im allgemeinen zu einem deutlichen Rückgang der Belastungen. Deutlich erhöhte Messwerte bzw. eine Beeinträchtigung der Grundwasserqualität war bis in eine Entfernung von ca. 650 m nachweisbar. Eine Beeinflussung der Grundwasserqualität war nach hohen Grundwasserständen bis in eine Entfernung von maximal 1,1 km  zu beobachten.

Zusammenfassend zeigten die vorliegenden Unterlagen und Untersuchungsergebnisse, dass belastetes Sickerwasser der Altablagerung ungehindert versickern konnte und jahreszeitlich wechselnd auch ein Einstau der Deponiesohle durch Grundwasser erfolgte. Im Grundwasserabstrom war eine deutliche Verunreinigung des Grundwassers nachweisbar. Auf Grund der Größe der Altablagerung sowie der hydrogeologischen Gegebenheiten am Standort war die ins Grundwasser eingetragene Schadstofffracht insgesamt als sehr groß einzustufen. Die Schadstofffahne war auf einer Länge von mehr als 500 m ausgebildet. Eine Beeinträchtigung genutzter Brunnen war nicht gegeben.

Beschreibung der Sicherungsmaßnahmen

Ziel der Sicherungsmaßnahmen ist es, die Ausbreitung bzw. Verlagerung von Schadstoffen aus dem Bereich der Altlast in die Umgebung dauerhaft  zu verhindern bzw. zu reduzieren, so dass eine uneingeschränkte Nutzung des Grundwassers im Abstrom möglich ist. Um die Ausbreitung von Schadstoffen im Grundwasser hintanzuhalten, wurden folgende Maßnahmen gesetzt:

  • Umschließung der Altablagerung
  • Oberflächenabdichtung des Deponiekörpers und Ableitung der Oberflächenwässer
  •  Fassung und Behandlung der Deponiegase

Zusammenfassende Beurteilung

Die Wirkung der getroffenen Maßnahmen kann wie folgt zusammengefasst werden:

  • Die Umschließung der Altablagerung hat den Grundwasserdurchfluss im Bereich der Altlast deutlich reduziert und den Grundwasserspiegel im östlichen Bereich der Altablagerung so weit abgesenkt, dass ein Einstau des Deponiekörpers nur mehr in geringerem Ausmaß und auch zeitlich nur sehr begrenzt möglich ist.
  • Die Oberflächenabdichtung hat die Sickerwasserbildung und damit der Eintrag von organisch belasteten Deponiesickerwässern minimiert.

Die Ergebnisse der Grundwasserbeweissicherung bestätigen, dass im Grundwasserabstrom ab 1995 ein Rückgang der Belastungen eingetreten ist und seit Herbst 2002 keine relevanten Belastungen mehr zu beobachten waren. Damit ist der Nachweis gegeben, dass durch die durchgeführten Maßnahmen die Emissionen der Altablagerung dauerhaft reduziert wurden und eine wirksame Sicherung gegeben ist. Da die Wirksamkeit und ein weitgehender Erfolg der Maßnahmen nach­ge­wie­sen sind, ist die Altlast als gesichert zu bewerten.

Datum der Texterstellung: November 2004