Sanierte Altlast O47: Krötzl-Grube

Die Altablagerung "Krötzl-Grube" befand sich östlich von Edt bei Lambach unmittelbar an der Bundesstraße 1. Bei der Altablagerung handelte es sich um eine Schottergrube, die im Zeitraum von ca. 1964 bis 1977 von den Gemeinden Lambach und Edt/Lambach wiederverfüllt worden war.

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Wels-Land,
Edt bei Lambach,
Kreisbichl,
453
Lage der Altlast : Altlast im GIS anzeigen
Art der Fläche: Altablagerung
Deponietyp: Kommunale Deponie
Art der Ablagerungen: Hausmüll,
Bauschutt,
Aushubmaterial/Abraum,
Industrie-/Gewerbemüll
Fläche Altlast (m²): 3.300 m²
Volumen Altlast (m³): 5.000 m³
Schadstoff(e)
Datum Eintrag Altlastenatlas: 09.11.2000
Datum Ausweisung dekontaminiert: 27.03.2001
Status Maßnahme: abgeschlossen
Art der Maßnahme: Dekontamination
Sanierungsverfahren (Gruppe): Räumung
Datum Aktualisierung Altlastenatlas: 01.06.2001

BESCHREIBUNG DER ALTLAST

Es waren Hausmüll, Bauschutt, Aushub sowie gewerbliche Abfälle abgelagert worden. Das Volumen der abgelagerten Abfälle wurde mit rund 5.000 m³ abgeschätzt. Die ehemalige Deponie hatte kein Basisabdichtungssystem und war nach Abschluss der Ablagerungen mit Erdmaterial und Humus abgedeckt worden.

Der Standort liegt im Bereich einer Niederterrasse an der Traun. Die Mächtigkeit der anstehenden Schotter wird mit ca. 30 m abgeschätzt. Der Flurabstand des Grundwassers beträgt vermutlich rund 24 m. Die Strömungsrichtung des Grundwassers ist voraussichtlich nach Südosten zur Traun gerichtet. Der Bereich der Altablagerung stellte eine Brachfläche dar. Der Standort befindet sich im entfernten Einzugsgebiet des Brunnens der Gemeinde Gunskirchen (5 km entfernt) und unmittelbar am Rand eines geplanten Grundwasserschongebietes.

 

GEFÄHRDUNGSABSCHÄTZUNG

Eine ehemalige Schottergrube wurde in den 60er- und 70er Jahren von den Gemeinden Lambach sowie Edt bei Lambach mit rund 5.000 m³ Hausmüll, Bauschutt und Sperrmüll sowie in geringem Ausmaß gewerblichen Abfällen wiederverfüllt. Die Schüttung der Deponie erfolgte ohne technische Maßnahmen zum Grundwasserschutz. Die Deponie wurde abgedeckt und stellte seit ihrem Abschluss eine Brachfläche dar.

Durch die Schürfe im den Jahren 1999 und 2000 ergab sich die Bestätigung, dass hauptsächlich Hausmüll abgelagert wurde. Die Analysenergebnisse der Eluatuntersuchung von Abfallproben und die erhöhten Ammonium- und CSB-Messwerte zeigten, dass Sickerwässer anfielen, die zum Teil stark durch Komponenten aus dem Abbau organischer Abfälle belastet sind. Darüber hinaus waren auch Hinweise auf anorganische Belastungen (Sulfat) des Sickerwassers und Belastungen durch Mineralölprodukte (å KW) gegeben. Die Ergebnisse der Bestimmung von Gesamtgehalten bestätigten, dass zum Teil mineralölbelastete Abfälle abgelagert waren. Gleichzeitig waren auch bei verschiedenen Metallen erhöhte Gehalte zu beobachten.

Auf Grund der geologischen und hydrogeologischen Gegebenheiten am Standort musste davon ausgegangen werden, dass das Rückhaltevermögen der Sedimente der wasserungesättigten Bodenzone relativ gering ist und durch die zum Teil stark belasteten Sickerwässer der Altablagerung ein erheblicher Eintrag von Schadstoffen in das Grundwasser erfolgte. Die Altablagerung stellte auf Grund ihres Schadstoffpotentiales ein erhebliches Gefährdungspotential für das Grundwasser dar.

 

SANIERUNGSMAßNAHMEN

Die Altablagerung wurde durch Räumung saniert. Ziel der Sanierungsmaßnahmen war die Herstellung eines Zustandes, bei dem durch Entfernung des Gefahrenpotentials dauerhaft keine weitere Ausbreitung von Schadstoffen stattfinden kann, so dass der Standort und das Grundwasser uneingeschränkt genutzt werden können.

Die Räumung der Altablagerung erfolgte im Zeitraum von 6. bis 19. Dezember 2000. Zu Beginn der Arbeiten wurde der Bereich rastermäßig unterteilt und die unbelastete Deckschicht abgezogen und seitlich gelagert. Der weitere Aushub wurde segmentweise bis zur augenscheinlich unbelasteten Deponiesohle in 2,5 bis 3,0 m Tiefe fortgesetzt. Die eigentlichen Auskofferungsarbeiten dauerten von 6. bis 16. Dezember 2000. Im Zuge der anschließenden Probenahme aus der Deponiesohle am 18. Dezember 2000 wurde die Entsorgung von weiteren, auf Grund der organoleptischen Bodenansprache als belastet eingestuften, Bereichen der Deponiesohle veranlasst. Insgesamt wurden 10.262 t Abfälle und belastete Böden ausgehoben und einem befugten Abfallbehandler übergeben. Die sanierte Fläche ist ca. 2.650 m² groß. Bei einer durchschnittlichen Dichte von 1,2 t/m³ ergibt sich die Gesamtmenge des ausgehobenen Materials mit rund 8.500 m³.

Die Altablagerung befand sich innerhalb eines Gebietes, das als Gewerbegebiet genutzt werden soll. Die Wiederverfüllung des ausgehobenen Bereiches wird im Zuge der Errichtung der geplanten Betriebsanlagen erfolgen.

Nach Abschluss der Räumung wurden von der optisch als unbelastet eingestuften Deponiesohle 5 Mischproben entnommen. Dabei wurde der ausgehobene Bereich in 5 Felder unterteilt, aus welchen jeweils etliche Stichproben gezogen wurden, die zu jeweils einer Mischprobe vereint wurde. Die Proben wurden auf Kohlenwasserstoffe, PAK, Glühverlust, Metalle als Gesamtgehalte sowie pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit und Ammonium (Eluat) analysiert.

Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigten für die Eluate bei zwei Mischproben für den Parameter Ammonium deutlich erhöhte Gehalte (9 bzw. 11 mg/l), die auch den entsprechenden Maßnahmenschwellenwert (5 mg/l) überschreiten. Bei diesen Belastungen kann es sich sowohl um Restbelastungen als auch um geogene Belastungen handeln. Da die Ergebnisse für die übrigen untersuchten Parameter unauffällig waren, die Ammonium-Belastungen nur bei einem Teil der untersuchten Proben zu beobachten waren, und es sich bei Ammonium um eine sehr gut abbaubare Verbindung handelt, kann eine Gefährdung bzw. Beeinträchtigung des Grundwassers durch diese Restbelastungen ausgeschlossen werden. Dementsprechend kann von einem Erfolg der Maßnahmen ausgegangen werden, so dass die Altablagerung als saniert zu bewerten ist.

 

Datum der Texterstellung:    März 2001