Sanierte Altlast N68: Dachpappenfabrik Krinninger

Auf einer etwa 15.000 m² großen Fläche in Brunn am Gebirge wurde von 1888 bis Ende der 1930-iger Jahre eine Dachpappenfabrik betrieben und auch andere Produkte auf Teerbasis erzeugt. Im Laufe des etwa 50 Jahre dauernden Betriebszeitraumes kam es zu massiven Verunreinigungen des Untergrundes mit Teeröl.

Im Jahr 2015 wurde der kontaminierte Untergrund ausgehoben und entsorgt. Durch die Sanierungsmaßnahmen wurden die Untergrundverunreinigungen weitgehend beseitigt. Nach den Sanierungsmaßnahmen sind die Grundwasserbelastungen gering, auch die abströmenden Schadstofffrachten sind gering. Lokal verbliebene Restbelastungen haben nur geringfügige Auswirkungen auf das Grundwasser. Der Altstandort „Dachpappenfabrik Krinninger“ ist als saniert zu bewerten.

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Mödling,
Brunn am Gebirge,
Brunn am Gebirge,
403/2, 1176/3, 1179/10, .218/2, .1343/1, .1343/2
Lage der Altlast : Altlast im GIS anzeigen
Art der Fläche: Altstandort
Branche: Verarbeitung von Teer und Teerprodukten und bituminösen Produkten
Ergebnis Beurteilung: erhebliche Kontamination
Fläche Altlast (m²): 13.000 m²
Volumen Altlast (m³): 33.000 m³
Schadstoff(e) Teeröl (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe)
Datum Eintrag Altlastenatlas: 01.11.2012
Datum der Prioritätenfestlegung: 01.11.2012
Priorität: 3
Datum Ausweisung dekontaminiert: 01.07.2018
Status Maßnahme: abgeschlossen
Art der Maßnahme: Dekontamination
Sanierungsverfahren (Gruppe): Räumung

BESCHREIBUNG DER STANDORTVERHÄLTNISSE

Betriebliche Anlagen und Tätigkeiten

Der Altstandort „Dachpappenfabrik Krinninger“ befindet sich in der Gemeinde Brunn am Gebirge, im nördlichen, ehemals industriell genutzten Bereich von Brunn.

Die Dachpappenfabrik war im Zeitraum von 1888 bis ca. 1939 in Betrieb. In der folgenden Tabelle wird die Nutzungsgeschichte des Altstandortes zusammengefasst. Am Altstandort erfolgte die Produktion für Dachpappen, Teerprodukte, technische Fettwaren sowie Fußboden- und Wandbelagspappe (Ikarit). Die Fläche des Altstandortes kann mit rund 15.000 m² angegeben werden.

Jahr Tätigkeiten
1888 Gründung der Brunner Dachpappenfabrik „Julius Krinninger & Comp.“ Teerprodukte, Asphalt und technische Fettwaren („Ikarit-Werk“)
1896 Genehmigung der Sudhäuser
1903 Aufstellung der Dachpappen-Imprägnier-Pfanne und Destillierblase
1903 20 bis 40 Arbeiter; Erzeugnisse: Dachpappe, Asphaltplatten, Teerprodukte
1908 Bewilligung zur Errichtung eines Kesselhauses
1911 Bewilligung zur Herstellung einer Anlage zur Schmiermittelerzeugung
1916 Erzeugnisse: Dachpappe, Asphaltplatten, Karbolineum, Teeröle, Benzol, Naphthalin,  teerfreie Dachpappen, Teerölfirnis, etc.
1917 Genehmigung zur Herstellung einer neuen Teerdestillationsanlage
1921 Genehmigung zur Errichtung einer Naphthalin-Sublimieranlage
1927 Genehmigung zur Kaltasphalterzeugung
1927 - 1928 24 Arbeiter; Erzeugnisse: Dachpappe- und Presskiesdächer, Asphaltierungen, Dachpappe besandet, teerfreie Spezialdachpappe, Teerprodukte, Isolierplatte, Naphthalin, Fußboden- und Wandbelag (Ikarit), Obstbaumkarbolineum, Raupenleim
1928 Bewilligung der Naphthalin-Sublimieranlage und Arbeitsraum für Streichen und Bedrucken von Ikarit
1931 Fertigstellung der Naphthalinkammer und der Arbeitsräume für Ikarit
Ca. 1939 Produktionseinstellung
Ca. 1960 bis 1965 Rückbau der Fabrikshallen

In den ersten Jahren nach der Betriebsgründung wurde hauptsächlich Dachpappe produziert. Für die Produktherstellung wurde als Ausgangsmaterial Steinkohlenteer eingesetzt. Der Betrieb führte im Jahr 1907 insgesamt 2 Produktionsreihen jeweils bestehend aus Destillation, Pechblase, Dachpappenimprägnierpfanne, Heizraum und einem Sudhaus. Am südwestlichen Ende war eine Teergrube situiert. Die Baubewilligung für das Kesselhaus sowie für das Magazin erfolgte im Jahr 1908. Zwischen dem alten Sudhaus und dem Kesselhaus bestand ein Dampfschornstein.

Im Jahr 1911 wurde die gewerbliche Bewilligung zur Herstellung von Schmierstoffen aus Harz erteilt. In den folgenden Jahren wurde der Betrieb stetig erweitert. Im Jahr 1928 wurde die Bewilligung für die Produktionserweiterung von Fußboden- und Wandbelagspappe im westlichen Teil des Altstandortes erteilt. Weiters erfolgte die Bewilligung für eine zusätzliche Naphthalinsublimierkammer. Im östlichen Teil des Altstandortes waren Büro- und Wohngebäude situiert.

Zwischen 1888 und 1939 waren zwischen 10 und 40 Mitarbeiter beschäftigt. Der Betrieb der „Dachpappenfabrik Krinninger“ wurde Ende der 1930-iger Jahre eingestellt. Die Anlagen wurden im Zuge der Nachnutzung des Altstandortes durch die Brunner Glasfabrik entfernt.

Im Bereich des Altstandortes wurden zwischen 2000 bis 2002 kontaminierte Bereiche teilweise ausgehoben und entsorgt. Die Lage der bekannten Aushubbereiche wird in der nebenstehender Abbildung dargestellt.

Untergrundverhältnisse

Der Altstandort „Dachpappenfabrik Krinninger“ befindet sich am Westrand des Wiener Beckens. Der Untergrund im Bereich des Altstandortes wird im Wesentlichen wie folgt aufgebaut:

  • großteils Anschüttungen (bis zu 3 m mächtig), bestehend aus Bodenaushub mit Bauschuttanteilen sowie Holz- und Glasresten, vereinzelt Schlacken, Aschen und Teerpappen

  • quartäre schluffige Kiese und Sande (ca. 0,5 bis 1,5 m mächtig)

  • ab ca. 3 m unter Gelände tertiäre Schluffe und Tone mit Zwischenschichten bestehend aus Sand, Kies bzw. Konglomerat

Der östliche Teil des Altstandortes liegt rund 2 m tiefer, hier sind die anthropogenen Anschüttungen kaum vorhanden. Die tertiären Schluffe und Tone bilden den ersten Grundwasserstauer, der Stauer ist im Bereich des Altstandortes generell von Westen nach Osten geneigt.

Die quartären Sedimente bilden den ersten Grundwasserleiter. Die Durchlässigkeit (kf-Wert) des ersten Grundwasserleiters beträgt ca. 10-5 bis 10-3 m/s, der Flurabstand des Grundwassers liegt bei rund 2 bis 4 m unter Gelände. Das Grundwasserspiegelgefälle beträgt ca. 1 bis 2 %, die lokale Grundwasserströmung ist grundsätzlich nach Ostsüdost bis Ost gerichtet. Die hydraulische Grundwasserfracht kann mit rund 1 m³/m,d abgeschätzt werden, für den gesamten Abstrom mit rund 65 m³/d.

Unterhalb des ersten Grundwasserstauers bilden tertiäre Zwischenschichten einen zweiten, gering ergiebigen, Grundwasserleiter. Das Grundwasser der grobkörnigen Zwischenlagen innerhalb der tertiären Sedimente ist teilweise gespannt. 

Schutzgüter und Nutzungen

Das Gelände der ehemaligen „Dachpappenfabrik Krinninger“ wurde ab den 1960-iger Jahren von der Brunner Glasfabrik genutzt. Die von der Brunner Glasfabrik errichteten Gebäude wurden in den Jahren 2000 bis 2002 rückgebaut. Die gesamte Fläche der ehemaligen „Dachpappenfabrik Krinninger“ ist derzeit unbebaut und großteils nicht versiegelt (Grünfläche/Brachfläche). Im Umfeld des Altstandortes befinden sich Grünflächen und Brachflächen sowie südlich angrenzend noch Hallen der Brunner Glasfabrik.

Am Altstandort sowie im Umfeld der „Dachpappenfabrik Krinninger“ bestehen mehrere Brunnen die zumeist den ersten Grundwasserleiter erschließen. Eine Trinkwassernutzung ist nicht bekannt.

 

GEFÄHRDUNGSABSCHÄTZUNG

Der Altstandort „Dachpappenfabrik Krinninger“ befindet sich in der Gemeinde Brunn am Gebirge, im nördlichen, ehemals industriell genutzten Bereich von Brunn. Im Zeitraum von 1888 bis ca. 1939 wurde der Altstandort als Dachpappenfabrik genutzt. Das ehemalige Betriebsareal weist eine Fläche von rund 15.000 m² auf. Am Altstandort erfolgte die Produktion von Dachpappen, Teerprodukten, technischen Fettwaren sowie Fußboden- und Wandbelagspappe (Ikarit). Als Ausgangsprodukt wurde Steinkohle eingesetzt. Das Gelände der ehemaligen „Dachpappenfabrik Krinninger“ wurde ab den 1960-iger Jahren von der Brunner Glasfabrik genutzt. Die Anlagen und Gebäude der „Dachpappenfabrik Krinninger“ wurden in dieser Zeit rückgebaut. In den letzten Jahren wurden oberflächennahe kontaminierte Bereiche teilweise ausgehoben.

Im Laufe des etwa 50 Jahre dauernden Betriebszeitraumes kam es vermutlich durch jahrelange Manipulations- und Produktionsverluste zu massiven Verunreinigungen des Untergrundes mit Teeröl. Im Bereich der ehemaligen Teergrube und der Imprägnieranlagen sowie südlich dieser Anlagen wurden massive Belastungen durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe festgestellt. In diesem Bereich liegt Teeröl in Phase vor. Hier wurden auch sehr hohe Gehalte an Mineralölkohlenwasserstoffen und aromatischen Kohlenwasserstoffen gemessen. In einer Bohrung nahe der ehemaligen Teergrube wurden die Kontaminationen augenscheinlich bis in eine Tiefe von rund 5 m und geruchlich bis in eine Tiefe von rund 7 m nachgewiesen. Auch im Bereich des ehemaligen Presshauses sowie der Ikarittrennung bzw. Trockenkammer wurden starke Verunreinigungen durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe festgestellt.

Neben der Haupteintragsstelle im Bereich der Teergrube und der Imprägnieranlagen waren am Großteil des Altstandortes Verunreinigungen in den bis zu 3 m mächtigen anthropogenen Anschüttungen festzustellen. Es wurden erhöhte Gesamtgehalte bei den Parametern polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Kohlenwasserstoffindex, aromatische Kohlenwasserstoffe und Metalle festgestellt. Die erhöhten Metallgehalte waren vermutlich auf die Schlacken- und Metallreste in den Anschüttungen zurückzuführen.

Im östlichen Teil der Altstandortes konnte zum Teil KW- oder PAK-Geruch vor allem im Grundwasserschwankungsbereich wahrgenommen werden. Die analysierten Feststoffproben ergaben großteils keine erhöhten Konzentrationen bei den standortspezifischen Parametern.

Aufgrund der Ergebnisse der Feststoffuntersuchungen und der augenscheinlichen sowie geruchlichen Ansprache konnte die Fläche der erheblichen Kontaminationen am Altstandort mit rund 4.000 bis 4.500 m² abgeschätzt werden. Der kontaminierte Bereich außerhalb des Altstandortes bis zur Grundwassermessstelle GW 3/11 umfasste eine Fläche von rund 1.600 m².

In etlichen Untergrundaufschlüssen wurde Grundwasser bzw. Schichtwasser angetroffen. Die Wasserproben, die aus Untergrundaufschlüssen im Bereich der ehemaligen Teergrube und Imprägnieranlagen entnommen wurden, zeigten in Übereinstimmung mit den Feststoffuntersuchungen massive Belastungen an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen sowie zum Teil an Kohlenwasserstoffindex und aromatischen Kohlenwasserstoffen. Auch die Wasserproben, die im Umfeld der Naphthalinkammer und der Dachpappenimprägnierung entnommen wurden, waren sehr stark mit den standortspezifischen Parametern verunreinigt. An einzelnen Wasserproben wurden auch erhöhte Ammonium- und Cyanidkonzentrationen nachgewiesen.

Die Ergebnisse der Grundwasseruntersuchungen bestätigten die Ergebnisse der Grundwasser- bzw. Schichtwasseruntersuchungen aus den Untergrundaufschlüssen. Im nahen Abstrom der zentralen Schadensbereiche war das Grundwasser sehr stark mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen belastet. Die massivsten Belastungen wurden in einer Grundwassermessstelle rund 30 m südlich der ehemaligen Teergrube festgestellt. Entsprechend den Eigenschaften von Teeröl hatten sich die Kontaminationen vermutlich durch die Stauerhochlage im Bereich der ehemaligen Teergrube und der Imprägnieranlagen dem Stauer entlang in Richtung Süden ausgebreitet. Auffallend war, dass auch die Grundwassermessstelle im Anstrom des Altstandortes deutliche Belastungen aufwies. Im Vergleich mit den anderen Grundwassermessstellen wurden hier an etlichen Probenahmeterminen stark erhöhte PAK-Gehalte, vor allem Naphthalin, gemessen. Da sämtliche Untergrundaufschlüsse im unmittelbaren Umfeld der Grundwassermessstelle im Anstrom des Altstandortes unauffällig waren, war anzunehmen, dass die festgestellten Belastungen aufgrund einer lokalen Kontamination hervorgerufen wurden und nicht aus dem Anstrom kamen. Entsprechend den Untersuchungsergebnissen konnte die Länge der Schadstofffahne mit bis zu 100 m abgeschätzt werden. Die Fracht an PAK-15 (16 Einzelsubstanzen nach US-EPA abzüglich Naphthalin) im Grundwasser konnte mit einer Größenordnung von mindestens 1 g/d abgeschätzt werden und war als groß zu bewerten.

Zusammenfassend war festzustellen, dass im Bereich des Altstandortes „Dachpappenfabrik Krinninger“ der Untergrund massiv durch Teer bzw. Teeröl verunreinigt war. Aufgrund der Untersuchungen konnte davon ausgegangen werden, dass es vor allem im Bereich der ehemaligen Teergrube und der Imprägnationsanlagen zu einem Eintrag von Schadstoffen in den Untergrund gekommen war. Das Volumen des erheblich verunreinigten Untergrundes konnte mit mindestens 15.000 m³ abgeschätzt werden. Die Untergrundverunreinigungen verursachten eine erhebliche Grundwasserverunreinigung mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen. Es ergeben sich auch Hinweise, dass sich die Kontaminationen entlang des Stauers ausgebreitet hatten. Aufgrund der Art und der Menge der angetroffenen Schadstoffe war auch weiterhin mit einem erheblichen Schadstoffeintrag ins Grundwasser zu rechnen. Der Altstandort „Dachpappenfabrik Krinninger“ stellte daher eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar.

 

SANIERUNGSMAßNAHMEN

Beschreibung der Sanierungsmaßnahmen

Vor Beginn der Sanierungsarbeiten wurden aus 46 Schurfen Feststoffproben entnommen und anhand von 120 analysierten Proben der Sanierungs- und Entsorgungsbedarf festgelegt (grundlegende Charakterisierung gemäß Deponieverordnung). Um ein Abströmen kontaminierten Grundwassers während der Sanierungsarbeiten zu verhindern, wurde der Sanierungsbereich, in dem ein Aushub im gesättigten Bereich geplant war, vor Beginn der Arbeiten umspundet.

Im Zeitraum von Jänner bis Oktober 2015 wurde auf einer Fläche von insgesamt rund 11.000 m² kontaminierter Untergrund ausgehoben und entsorgt. Die Aushubtiefe betrug etwa 4 m, im zentralen Bereich bis zu 6,5 m unter GOK. Während der Aushubarbeiten im gesättigten Untergrund wurde der Wasserspiegel innerhalb der Umspundung abgesenkt und das entnommene Grundwasser vor Einleitung in den Goldtruhenbach über ein Absetz- und Abscheidebecken sowie einen Aktivkohlefilter geleitet. Insgesamt wurde an 85 Tagen die Wasserhaltung betrieben und dabei rund 1.850 m³ Wasser abgepumpt. Die Zulaufkonzentrationen an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK-16) betrug max. 284 µg/l, im Ablauf max. 1,5 µg/l.

Westlich des umspundeten Bereiches wurden entgegen den Ergebnissen der Vorerkundung lokal tieferreichende Kontaminationsbereiche festgestellt. Diese Kontaminationen sind ausgehend von einem bisher unbekannten teergefüllten Schacht entstanden. Im Zuge der Räumungsarbeiten wurde festgestellt, dass im zentralen Kontaminationsbereich (ehemalige Teergrube und Imprägnieranlage) auch der Stauer massiv mit Teeröl verunreinigt war. Im Stauer wurde in einer Tiefe von ca. 1 bis 1,2 m eine zerklüftete Mergelsteinschicht angetroffen, die mit Teeröl in Phase verunreinigt war. Die Verunreinigungen hatten sich in unterschiedliche Richtungen ausgebreitet, sodass im zentralen Kontaminationsbereich auch der Stauer auf einer Fläche von rund 2.000 m² bis zu einer Tiefe von 1 bis 2 m ausgehoben und entsorgt wurde. Im Stauer wurden auch lokale kleinräumige durchlässigere Zwischenschichten („Adern“) angetroffen, entlang derer sich Teeröl ausgebreitet hat. In obenstehender Abbildung sind derartige lokale teerölführende Schichten („Adern“) abgebildet.

 

Im südlichen Bereich sind lokale Restbelastungen im Bereich der Messstelle GW 3 im Untergrund verblieben. Diese konnten aufgrund statischer Anforderungen hinsichtlich der angrenzenden Bebauung nicht ausgehoben werden.

Insgesamt wurden rund 65.500 to kontaminierter Untergrund entsorgt, davon rund 70 % auf Reststoffdeponien, der Rest überwiegend auf Baurestmassendeponien. Rund 8 % des Aushubs war aufgrund der hohen Belastungen nicht deponierbar (ca. 5.300 to), zusätzlich wurden rund 450 to Teerrückstände entsorgt. Unterirdische Fundamente und Bauteile (ca. 2.500 to) sowie Asphaltaufbruch (rund 700 to) wurden vor Ort mittels mobiler Recyclinganlage zur Wiederverwertung aufbereitet.

Beurteilung der Sanierungsmaßnahmen und der Ergebnisse der Kontrolluntersuchungen

Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen wurden im Bereich des Altstandortes „Dachpappenfabrik Krinninger“ die erheblich kontaminierten Untergrundbereiche ausgehoben. Insgesamt wurden auf einer Fläche von ca. 11.000 m² rund 33.000 m³ erheblich kontaminierter Untergrund entfernt. In einem kleinen Teilbereich (ca. 400 m²) sind Restbelastungen im Ausmaß von ca. 150 m³ im Untergrund verblieben.

Nach Ende der Aushubmaßnahmen sind im Grundwasser mit Ausnahme des Bereiches der Restbelastungen nur mehr geringe gelöste PAK-Konzentrationen vorhanden. Die mit dem Grundwasser abströmende Schadstofffracht an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen liegt unter 0,15 g/d und ist als gering zu bewerten.

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Untergrundverunreinigungen im Bereich des Altstandortes weitestgehend beseitigt wurden und im Grundwasser nur mehr geringfügige Auswirkungen feststellbar sind. Die Altlast „Dachpappenfabrik Krinninger“ ist als saniert zu bewerten.

 

Datum der Texterstellung:    Oktober 2017