Sanierte Altlast B5: Deponie Pamhagen

In einer ehemaligen Kiesgrube nordöstlich von Pamhagen wurde seit 1965 insgesamt ca. 100.000 m³ Hausmüll, Sperrmüll, Bauschutt, landwirtschaftliche Abfälle und Aushubmaterial abgelagert, wobei sich Teile des Müllkörpers im Grundwasserschwankungsbereich befanden. Die Ablagerungen verursachten eine deutliche Beeinflussung der Grundwasserqualität (reduzierende Verhältnisse, erhöhte Mineralisation).

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Neusiedl am See,
Pamhagen,
Pamhagen,
4608/1, 4608/2, 4609, 4610, 4611/1, 4611/2
Lage der Altlast : Altlast im GIS anzeigen
Art der Fläche: Altablagerung
Deponietyp: Kommunale Deponie
Art der Ablagerungen: Aushubmaterial/Abraum,
Hausmüll,
Bauschutt,
Industrie-/Gewerbemüll
Fläche Altlast (m²): 14.000 m²
Volumen Altlast (m³): 101.000 m³
Schadstoff(e) Deponiesickerwasser
Datum Eintrag Altlastenatlas: 24.01.1995
Datum der Prioritätenfestlegung: 07.07.1995
Priorität: 3
Datum Ausweisung dekontaminiert: 04.02.2004
Status Maßnahme: abgeschlossen
Art der Maßnahme: Dekontamination
Sanierungsverfahren (Gruppe): Räumung
Datum Aktualisierung Altlastenatlas: 04.02.2004

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen wurde das gesamte Ablagerungsmaterial entfernt. Die Grundwasseruntersuchungen zeigen, dass sich die Grundwasserqualität nach der Räumung deutlich verbessert hat.

Beschreibung der Altablagerung

Die Altablagerung "Deponie Pamhagen" liegt 1,5 km nordöstlich von Pamhagen im Seewinkel. Die ehemalige Kiesgrube ist von landwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben.

Seit 1965 wurden in der Kiesgrube Haus- und Sperrmüll, Bauschutt, Gewerbemüll, Aushubmaterial, Senkgrubeninhalte, landwirtschaftliche Abfälle und Autowracks abgelagert. Die Verdachtsfläche ist ca. 110 m breit und im Mittel 200 m lang. Das Abfallvolumen wird auf 40.000 m³ geschätzt, die Ablagerungstiefe auf etwa 4 m. Die Oberfläche der Deponie wurde mit lehmigem Aushubmaterial abgedeckt. Eine Basisabdichtung ist nicht vorhanden.

Der Untergrund besteht im wesentlichen aus einem sandigen Kieskörper, welcher den Grundwasserleiter bildet. Der Grundwasserstauer wurde zwischen 12,1 und 14,3 m unter GOK angetroffen. Der Grundwasserspiegel im Deponiebereich lag im März 1993 bei 115,2 m ü.A. Der HGW befindet sich etwa bei 116 m ü.A. Das entspricht am nordwestlichen Deponierand 4,5 m unter GOK bzw. 2,5 m unter GOK am südöstlichen Deponierand.

Die Grundwasserströmungsrichtung ist von NW nach SO gerichtet. Das hydraulische Gefälle beträgt im Deponiebereich etwa 0,3 Promille. In der unmittelbaren Umgebung der Altablagerung sind keine Grundwassernutzungen für Trinkwasserzwecke bekannt.

Gefährdungsabschätzung

Die Deponie Pamhagen war eine mit ca. 40.000 m³ Haus-, Gewerbe- und Sperrmüll sowie Bauschutt verfüllte Kiesgrube ohne Abdichtung der Sohle gegen das Grundwasser. Die Deponiesohle lag im Grundwasserschwankungsbereich.

Bereits im Anstrom der Deponie wies das Grundwasser einen sehr geringen Sauerstoffgehalt und einen hohen Härtegrad auf. Die Trinkwassergrenzwerte wurden bei Mangan bei jeder Beprobung überschritten, bei Sulfat in der Mehrzahl der Fälle.

Im Grundwasserabstrom waren vor allem die Parameter Leitfähigkeit, Gesamthärte, Nitrat, Nitrit, Chlorid, Sulfat, Mangan und TOC im Vergleich zum Grundwasseranstrom in den meisten Fällen deutlich erhöht. Die Deponie bewirkte demnach eine Verschlechterung der Grundwasserqualität vorwiegend durch anorganische Substanzen.

Entsprechend der festgestellten Auswirkungen auf das Grundwassers stellte die Altablagerung eine erheblichen Gefahr für das Grundwasser dar.

Beschreibung der Sanierungsmaßnahmen

Ziel der Sanierungsmaßnahmen war die Herstellung eines Zustandes, bei dem eine Ausbreitung von Schadstoffen dauerhaft ausgeschlossen bzw. minimiert ist. Zu diesem Zweck wurde die Altablagerung im Zeitraum von März 2002 bis März 2003 vollständig geräumt.

Die Sanierung der Altablagerung erfolgte in drei Abschnitten, den Vorarbeiten, der Räumung sowie der Verfüllung bzw. Renaturierung. Im Zuge der Vorarbeiten wurde der Bewuchs entfernt und die dabei anfallenden organischen Materialien und sonstigen oberflächigen Ablagerungen entsorgt. Zunächst wurden zehn rasterförmig auf der Fläche verteilte Probeschürfe durchgeführt und die Abfallzusammensetzung überprüft.

Die anschließende Räumung erfolgte nach folgendem Schema:

  • Abtrag der Anschüttung
  • Aussortierung und Abtransport von augenscheinlich erkennbaren größeren Mengen an Restmüll und Altstoffen
  • Abtrennung von Erdaushub des restlichen Materials durch Siebung
  • Zwischenlagerung des ausgesiebten Erdaushubmaterials für Rekultivierungszwecke
  • Entsorgung von Hausmüll, Sperrmüll und Baurestmassen

Die Altablagerung wurde in sieben Räumungsabschnitte à 2.500 m² unterteilt. Nach Erreichen der Deponiesohle im jeweiligen Abschnitt wurde aus ca. 20 Einzelproben eine Mischprobe erstellt und analysiert. Keine der insgesamt sieben untersuchten Mischproben zeigte erhöhte Werte.

Die durchschnittliche Aushubtiefe betrug ca. 5,5 m wobei sich die maximalen Räumtiefen im Bereich der nordöstlichen Böschung (am angrenzenden Fischteich) befanden. Teilweise lag der Grundwasserspiegel über der geräumten Deponiesohle.

Insgesamt wurden ca. 52.400 m³ entsorgt (Reststoffe, Baurestmassen). Das Erdaushubmaterial wurde für die Wiederverfüllung und für Rekultivierungszwecke verwendet. Die Mächtigkeit der Ablagerungen war deutlich höher als bei der Gefährdungsabschätzung angenommen.

An der Sohle im Zentrum der Altlast wurde ein Brunnen abgeteuft, der für einen eventuellen Grundwasseraustausch herangezogen werden kann. Nach erfolgter Räumung und Freigabe der Deponiesohle wurde die Grube mit Kies sowie dem bei der Abtrennung angefallenen Erdaushubmaterial verfüllt. Entsprechend dem Renaturierungsplan ergab sich eine flache Mulde in Form eines Trockenbiotops.

Insgesamt wurden ca. 100.000 m³ Ablagerungen ausgehoben.

Beurteilung der Sanierungsmaßnahmen

Es wurden sämtliche Ablagerungen entfernt. Die Untersuchungen der Aushubsohle ergeben keine Hinweise, dass nach der Entfernung der Ablagerungen Verunreinigungen im Untergrund verblieben. Die Wiederverfüllung erfolgte mit Material, das keinen negativen Einfluss auf die Grundwasserqualität bewirken kann.

Die Ergebnisse der Grundwasserbeweissicherung zeigen einen Rückgang der Konzentration bei mehreren Parametern nach der Räumung im Vergleich zum Zeitpunkt vor der Räumung. Vor allem die Gehalte an Nitrat, Chlorid und TOC sind im Grundwasserabstrom der Altablagerung deutlich gesunken. Im Gegensatz dazu blieb der Grundwasserchemismus im Anstrom zur Deponie vor- und nach der Räumung unverändert. Die Grundwasserqualität des Abstrombereiches entspricht zwar noch nicht jener des Anstromes, jedoch bestätigt der Konzentrationsrückgang mehrerer Parameter im Grundwasserabstrom, dass keine erheblichen Restbelastungen im Untergrund der geräumten Altablagerung verblieben ist.

Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse der Sanierungsarbeiten und Untersuchungen, dass die Altablagerung entfernt wurde und von dem geräumten Bereich keine erhebliche Gefährdung mehr für das Grundwasser ausgeht. Die Altlast ist daher als saniert zu bewerten.

 

Datum der Texterstellung: Dezember 2003