Altlast W26: Frachtenbahnhof Praterstern - Bereich Werkstätte

In einem Teilbereich des ehemaligen Frachtenbahnhofs Praterstern befanden sich auf einer Fläche von ca. 6.000 m² rund 100 Jahre lang ein Werkstättengebäude sowie mehrere Jahrzehnte lang auch oberirdische Tanks für Mineralölprodukte. Außerhalb des Werkstättengebäudes wurden erhebliche Untergrundbelastungen mit Mineralöl (MKW) vor allem im Grundwasserschwankungsbereich festgestellt.

Ausgehend von den Untergrundverunreinigungen hat sich im Grundwasser eine begrenzte Schadstofffahne mit Mineralölkohlenwasserstoffen ausgebildet. Die abströmenden Schadstofffrachten sind gering, kurz- bis mittelfristig ist keine signifikante Änderung der Schadstofffahne zu erwarten.

Die Verunreinigungen des Untergrundes im Bereich des ehemaligen Werkstättengebäudes verursachen eine erhebliche Gefährdung des Grundwassers. Der Altstandort „Frachtenbahnhof Praterstern – Bereich Werkstätte“ stellt eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar. Es wird eine Einstufung in die Prioritätenklasse 3 vorgeschlagen.

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Wien 2.,Leopoldstadt,
Wien,
Leopoldstadt,
1502/3, 1502/54
Lage der Altlast : Altlast im GIS anzeigen
Art der Fläche: Altstandort
Branche: Bahnhof
Ergebnis Beurteilung: erhebliche Kontamination
Fläche Altlast (m²): 11.000 m²
Schadstoff(e) Mineralölkohlenwasserstoffe (Diesel/Heizöl)
Datum Eintrag Altlastenatlas: 01.01.2012
Datum der Prioritätenfestlegung: 01.01.2012
Priorität: 3
Status Maßnahme: in Durchführung
Art der Maßnahme: Sicherung
Sanierungsverfahren (Gruppe): Hydraulische Maßnahmen,
Mikrobiologische Dekontamination

BESCHREIBUNG DER STANDORTVERHÄLTNISSE

Betriebliche Anlagen und Tätigkeiten

Der Altstandort „Frachtenbahnhof Praterstern“ befindet sich im 2. Bezirk von Wien nördlich des Pratersterns. Der Altstandort wird im Westen von der Nordbahnstrasse, im Norden von der Innstraße, im Osten von der Vorgartenstraße und im Süden von der Lasallestraße abgegrenzt. Die Fläche des gesamten Altstandortes beträgt insgesamt rund 820.000 m², der Teilbereich „Werkstätte“ befindet sich auf einer Fläche von rund 6.000 m².

Im Jahr 1838 wurde die Kaiser-Ferdinand-Nordbahn mit einem Personenbahnhof errichtet. Etwa 1860 wurde der Bahnhof erweitert und es wurden auch vermehrt Güter (vor allem Kohle, landwirtschaftliche Produkte und Holz sowie diverse Industriegüter) am Areal des Frachtenbahnhofs umgeschlagen. Etwa 1865 wies der Bahnhofbereich schon seine maximale Ausdehnung auf. Es entstanden große Lagerhäuser sowie auch freie Lagerflächen, Werkstätten und diverse Produktionsbetriebe. Während des 2. Weltkriegs wurde das gesamte Areal des Frachtenbahnhofs durch Bombentreffer nahezu vollständig zerstört. Nach 1945 bis etwa 1990 wurde das Areal durch eine große und häufig wechselnde Zahl an Betrieben genutzt. Nach 1945 bis etwa in die 80-iger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden auch große Mengen an Mineralölprodukten am Standort umgeschlagen.

Ein Teilbereich des Bahnhofgeländes wurde seit rund 100 Jahren als Werkstätte für Lokomotiven genutzt. Im Bereich des Altstandortes sowie im näheren Umfeld waren auch mehrere Jahrzehnte lang oberirdische Öltanks situiert, die genaue Lage sowie Art und Menge der umgeschlagenen Produkte sind großteils nicht mehr bekannt. Im Bereich des Altstandortes befinden sich seit etwa 1867 bestehende Gleisanlagen, die großteils noch immer in Verwendung sind.

Untergrundverhältnisse

Der Altstandort befindet sich im Wiener Becken auf einer Geländehöhe von ca. 160 bis 162 m.ü.A. Die Talfüllung des Wiener Beckens wird generell aus verschieden mächtigen quartären Sedimenten aufgebaut. Die quartären Sedimente bestehen überwiegend aus sandigen Kiesen, welche unterschiedlich hohe Feinkornanteile aufweisen können. Unterhalb der quartären Sedimente besteht der Untergrund aus tertiären Sedimenten. Der Untergrund im Bereich des Frachtenbahnhofs Praterstern wird im Wesentlichen wie folgt aufgebaut:

  • großteils Anschüttungen bestehend aus Kiesen und Sanden mit teilweise Beimengungen an Gleisschotter, Kohlen, Schlacken, Bauschutt und Aschen (meist zwischen 1,6 bis 8 m unter GOK, lokal auch tiefer, im Mittel rund 4 m unter GOK)
  • quartäre sandige Kiese (ca. 2 bis 13 m mächtig, im Mittel rund 9 m), teilweise Einschaltungen von Feinsandlinsen
  •  tertiäre Schluffe, teilweise tonig oder sandig, ab 10 bis 16 m unter GOK (im Mittel rund 13 m unter GOK)

Die quartären Sedimente bilden den ersten Grundwasserleiter. Die Durchlässigkeit (kf-Wert) des ersten Grundwasserleiters beträgt ca. 10-3 bis 10-2 m/s, der Flurabstand des Grundwassers liegt bei rund 5 bis 9 m (im Mittel rund 7,5 m) unter Gelände. Die Grundwasserströmung ist etwa Richtung Südost gerichtet, in Abhängigkeit der Wasserführung der Donau sind Verschwenkungen Richtung Süd möglich. Das Grundwasserspiegelgefälle im Bereich des Altstandortes beträgt ca. 0,4 bis 0,8 ‰. Der Grundwasserdurchfluss über den gesamten Querschnitt des Altstandorts (rund 900 m) beträgt etwa 700 bis 1.400 m³/d. Die Sickerwassermenge im Bereich des Altstandortes kann grob mit rund 100 m³/d abgeschätzt werden. Im Vergleich von Grundwasserneubildung und hydraulischer Fracht ergibt sich ein Verdünnungsfaktor von rund 7 bis 14.

Im Teilbereich „Werkstätte“ ist der Untergrund wie folgt aufgebaut:

  • Großteils Anschüttungen bestehend aus Kiesen und Sanden mit teilweise Beimengungen an Gleisschotter, Schlacken, Kohlen und Bauschutt (bis max. 10 m unter GOK, im Mittel rund 6,5 m unter GOK)
  •  quartäre sandige Kiese (ca. 5 bis 13,5 m mächtig, im Mittel rund 9,5 m)
  •  tertiäre sandige Schluffe, ab 10 bis 15,5 m unter GOK (im Mittel rund 13,5 m unter GOK)

Der Grundwasserspiegel liegt im Teilbereich „Werkstätte“ rund 8 m unter GOK, entsprechend den hydrogeologischen Verhältnissen ergibt sich ein Grundwasserdurchfluss von rund 50 bis 100 m³/d, der spezifische Grundwasserdurchfluss liegt im Bereich von rund 0,8 bis 1,5 m³/m,d.

Schutzgüter und Nutzungen

Der Altstandort „Frachtenbahnhof Praterstern – Bereich Werkstätte“ wird aktuell zum Teil nicht genutzt, zum Teil befinden sich darauf in Betrieb befindliche Gleisanlagen (Schnellbahnlinie). Westlich angrenzend befindet sich Stadtgebiet, das östlich angrenzende Gebiet liegt derzeit brach und soll zukünftig mit Wohnbauten bebaut werden.

Im direkten Abstrom befindet sich ein Nutzwasserbrunnen der ÖBB, rund 500 bis 600 m abstromig befinden sich vier Nutzwasserbrunnen die vorrangig für Bewässerungen verwendet werden. Grundwasserentnahmen zu Trinkwasserzwecken sind im Abstrom nicht bekannt.

 

UNTERSUCHUNGEN

In den Jahren 2007 bis 2009 wurden im Bereich des gesamten ehemaligen Frachtenbahnhofs Bodenluftproben aus 30 temporäre Bodenluftmessstellen entnommen, 256 Rammkernbohrungen abgeteuft und insgesamt 21 Grundwassermessstellen errichtet. Im Bereich des Altstandortes „Frachtenbahnhof Praterstern – Bereich Werkstätte“ sowie im unmittelbaren Umkreis wurden im Rahmen dieser Untersuchungen folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Errichtung von einer temporären Bodenluftmessstelle und Entnahme einer Bodenluftprobe
  • Entnahme von Feststoffproben aus insgesamt 13 Trockenkernbohrungen DN 180 und 7 Trockenkernbohrungen DN 220 (Grundwassermesstellen)
  • Errichtung von insgesamt 5 Grundwassermessstellen
  • Probenahme aus den Aufschlüssen und Untersuchung von 38 ausgewählten Feststoffproben (38 Gesamtgehalte, 28 Eluatgehalte und 2 Säulenversuche)
  • Entnahme und Untersuchung von Grundwasserproben aus 7 Messstellen (inkl. GWM17) und einem Brunnen (Brunnen ÖBB 1) an vier Terminen (September 2008, Jänner, April und Juli 2009),
  • Durchführung von einem 8- und 24 h-Pumpversuch bei zwei Grundwassermessstellen und Entnahme von Grundwasserproben während der Pumpversuche (April 2009).

 

GEFÄHRDUNGSABSCHÄTZUNG

Ein Teilbereich des ehemaligen Frachtenbahnhofs Praterstern wurde seit rund 100 Jahren als Werkstätte für Lokomotiven genutzt. In diesem Bereich sowie im näheren Umfeld waren auch mehrere Jahrzehnte lang oberirdische Öltanks situiert, die genaue Lage sowie Art und Menge der umgeschlagenen Produkte sind nicht mehr bekannt. Im Bereich des Altstandortes befinden sich seit etwa 1867 bestehende Gleisanlagen, die großteils noch immer in Verwendung sind.

Im Laufe des rund 100-jährigen Betriebs als Werkstätte sowie durch Umschlag von Mineralölprodukten in oberirdischen Öltanks im Umfeld der Werkstättenhalle kam es durch jahrelange Manipulations- und Produktionsverluste sowie möglicherweise auch durch Kriegsschäden zu massiven Verunreinigungen des Untergrundes mit Mineralölen. Der Bereich des Altstandortes wurde im Jahr 2007 und 2008 durch insgesamt 20 Trockenkernbohrungen erkundet und insgesamt 38 Feststoffproben auch analytisch untersucht.

Auf Basis der Erkundungen ist von 2 getrennten Haupteintragsstellen auszugehen, in beiden Fällen handelt es sich entsprechend den Chromatogrammen um bereits deutlich gealterte Mitteldestillate im Bereich C9 bis C24. Entsprechend der Auswertung dürfte es sich um Einträge von Diesel oder Heizöl handeln, lokal wurden auch Anteile an höhersiedenden Anteilen (z.B: Schmieröle) nachgewiesen.

Im ungesättigten Untergrund liegen in den oberen Schichten von 0 bis 4 m unter GOK auf rund 700 m² und im Tiefenbereich von rund 4 bis 8 m unter GOK auf rund 2.500 m² MKW-belastete Untergrundbereiche vor. Entsprechend den Eigenschaften von Mineralöl hat sich die Kontamination im Grundwasserschwankungsbereich ausgebreitet, die Ausdehnung kann mit rund 20.000 bis 25.000 m³ auf einer Fläche von ca. 6.000 m² abgeschätzt werden. Vertikal können die Verunreinigungen mit maximal rund 4 m unter dem mittleren Grundwasserspiegel abgegrenzt werden. Insgesamt ergibt sich ein erheblich belasteter Bereich (Konzentrationen KW-Index > 1.000 mg/kg) von rund 20.000 bis 25.000 m³.

Die durchgeführten Grundwasseruntersuchungen haben ergeben, dass im Bereich des Altstandortes eine Grundwasserverunreinigung mit Mineralölkohlenwasserstoffen vorliegt, aromatische Kohlenwasserstoffe und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe wurden nur in geringen Gehalten nachgewiesen. Im Bereich des Altstandortes wurde zum Teil eine geringmächtige aufschwimmende Ölphase (Ölfilm) festgestellt, eine zusammenhängende aufschwimmende Öllinse ist aber nicht vorhanden. Sowohl der aufschwimmende Ölfilm als auch die gelösten Kohlenwasserstoffe bestehen gemäß Auswertung der Analysen aus Mitteldestillaten im Bereich C9 bis C24 (Diesel, Heizöl), höhersiedende Anteile wurden nur vereinzelt in untergeordnetem Ausmaß nachgewiesen. Analog den Belastungen im Feststoff handelt es sich um bereits deutlich gealterte Mitteldestillate. Im Hauptschadensbereich liegen gelöste Kohlenwasserstoffe im Bereich von rund 1 bis 2 mg/l vor, die Schadstofffracht im Grundwasser kann mit rund 70 g/d abgeschätzt werden.

Im Grundwasserabstrom des Altstandortes wurden Kohlenwasserstoffe nur in Spuren nachgewiesen. Im direkten Grundwasserabstrom (GWM 13, rund 30 m abströmig des belasteten Bereichs) lagen bei insgesamt vier Untersuchungsdurchgängen Kohlenwasserstoffe in den Schöpfproben zweimal und in den Pumpproben dreimal unter der Bestimmungsgrenze. Die höchsten Gehalte wurden mit 0,1 mg/l in der Schöpfprobe und 0,06 mg/l in der Pumpprobe festgestellt. Entsprechend den geringen Kohlenwasserstoffgehalten ergeben sich im Abstrom des Altstandortes sehr geringe Schadstofffrachten unter 2 g/d.

Das Grundwasser ist bereits im Anstrom sehr sauerstoffarm (max. 0,7 mg/l), im Bereich des Standortes sowie im Abstrom ist daher keine eindeutige Sauerstoffzehrung erkennbar. Im Bereich des Altstandortes sowie im Grundwasserabstrom kommt es zu einer Reduktion von Nitrat und Sulfat bei einer tendenziellen Zunahme von Nitrit sowie im Bereich der Kontaminationen auch von Ammonium. Aufgrund der grundsätzlichen guten aeroben Abbaubarkeit der Kohlenwasserstoffkontaminationen und der Änderung des Grundwasserchemismus kann davon ausgegangen werden, dass die gelösten Mineralölkohlenwasserstoffe unter nitrat- und sulfatreduzierenden Bedingungen abgebaut werden. Auch die Zunahme der Gesamtkeimzahl im Laufe der Säulenversuche aus dem Bereich des Altstandortes kann als Hinweis auf das Vorhandensein von kohlenwasserstoffabbauenden Mikroorganismen gewertet werden.

Entsprechend den Messergebnissen und der vorhandenen biologischen Abbautätigkeit kann die Schadstofffahne (Anteil gelöste KW > PW gem. ÖNORM S 2088-1) mit rund 20 bis 40 m abgeschätzt werden.

Zusammenfassend zeigen die Untersuchungsergebnisse, dass am Altstandort „Frachtenbahnhof Praterstern – Bereich Werkstätte“ rund 20.000 bis 25.000 m³ Untergrund auf einer Fläche von ca. 6.000 m² erheblich mit Mineralöl im mittleren Siedebereich verunreinigt ist. Die Untergrundverunreinigungen verursachen eine Grundwasserverunreinigung, die Schadstoffausbreitung ist aufgrund der Stoffeigenschaften sowie des natürlichen Rückhaltes und der Abbauvorgänge gering. Entsprechend der im Untergrund vorhandenen Schadstoffmenge sowie der Eigenschaften und des Alters der Schadstoffe ist davon auszugehen, dass sich kurz- bis mittelfristig weder die Schadstoffkonzentrationen noch die Schadstofffrachten im Grundwasser signifikant verändern werden. Der Altstandort stellt eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar.

 

PRIORITÄTENKLASSIFIZIERUNG

Maßgebliches Schutzgut für die Bewertung des Ausmaßes der Umweltgefährdung ist das Grundwasser. Die maßgeblichen Kriterien für die Prioritätenklassifizierung können wie folgt zusammengefasst werden:

Schadstoffpotenzial: hoch

Im Bereich des Altstandortes befand sich rund 100 Jahre ein Werkstättengebäude für Lokomotiven sowie diverse oberirdische Mineralöltanks. Der Untergrund ist vor allem im Grundwasserschwankungsbereich erheblich mit Kohlenwasserstoffen im mittleren Siedebereich (Heizöl, Diesel) verunreinigt. Am Grundwasser schwimmen teilweise Ölschlieren und lokal zumindest zeitweise eine geringmächtige Produktphase auf. Die Mineralölprodukte im mittleren Siedebereich sind aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften als gefährlich einzustufen. Insgesamt kann der mit Mineralöl erheblich verunreinigte Untergrund im Bereich des Altstandortes mit rund 20.000 bis 25.000 m³ abgeschätzt werden. Die im Untergrund vorhandene Schadstoffmenge kann mit rund 100 bis 200 to Mineralölkohlenwasserstoffen abgeschätzt werden. Insgesamt ergibt sich ausgehend vom maßgeblichen Parameter Mineralölkohlenwasserstoffe im mittleren Siedebereich ein hohes Schadstoffpotenzial.

Schadstoffausbreitung: lokal

Die Länge der Schadstofffahne im Grundwasser kann auf rund 20 bis 40 m abgeschätzt werden. Die mit dem Grundwasser transportierte Fracht an gelösten Schadstoffen im Grundwasser­abstrom ist generell gering. Aufgrund Art und Alter der Kontamination sowie der vorhandenen natürlichen Rückhalte- und Abbauprozesse ist keine weitere Ausdehnung, sondern mittel- bis langfristig eine weitere Reduktion der Schadstofffahne zu erwarten. Der geringen Schadstofffracht und der kurzen Schadstofffahne entsprechend ist die Schadstoffausbreitung insgesamt als lokal zu beurteilen.

Bedeutung des Schutzgutes: gut nutzbar

Das verunreinigte Grundwasser ist grundsätzlich quantitativ nutzbar. Bereits im Anstrom weist das Grundwasser aufgrund des städtischen Umfeldes eine Vorbelastung (erhöhte Mineralisierung und geringe Sauerstoffgehalte) auf. Im Nahbereich des Altstandortes ist ein gewerblicher Nutzwasserbrunnen im weiteren Abstrom mehrere Nutzwasserbrunnen für Bewässerungen vorhanden. Aufgrund der bereits konkreten Planungen zur Nachnutzung als Wohngebiet ist anzunehmen, dass zukünftig weitere Nutzwasserentnahmen zu Bewässerungszwecken im Grundwasserabstrom errichtet werden. Aufgrund des städtischen Umfeldes sind auch zukünftig keine Trinkwassernutzungen im direkten Abstrom zu erwarten.

Vorschlag Prioritätenklasse: 3

Entsprechend der Beurteilung der vorhandenen Untersuchungsergebnisse, der Gefährdungsabschätzung und den im Altlastensanierungsgesetz § 14 festgelegten Kriterien schlägt das Umweltbundesamt die Einstufung in die Prioritätenklasse 3 vor.

 

 Datum der Texterstellung: Dezember 2010