Sanierte Altlast W19: Fahrversuchsanlage Arsenal

Am Altstandort „Fahrversuchsanlage Arsenal“ in Wien Landstraße wurde von 1961 bis 2003 eine Fahrversuchsanlage mit einem Klimawindkanal betrieben. Aufgrund von Leckagen der Kühlleitungen und der langjährigen Versickerung von Tauwasser kam es zu einer Kontamination des Untergrundes mit Trichlorethen.

Es wurde eine erhebliche Verunreinigung der ungesättigten Untergrundzone mit Trichlorethen und eine Beeinträchtigung des Grundwassers festgestellt. Nach Betrieb einer Bodenluftabsauganlage über einige Jahre ist aktuell nur noch eine geringe Restbelastung des ungesättigten Untergrundes vorhanden. Die Altlast W 19 – „Fahrversuchsanlage Arsenal“ stellt keine erhebliche Gefahr für die Umwelt mehr dar und ist daher als saniert zu bewerten.

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Wien 3.,Landstraße,
Wien,
Landstraße,
3382/1, 3382/4, 3382/5, 3382/6
Lage der Altlast : Altlast im GIS anzeigen
Art der Fläche: Altstandort
Branche: Apparate-, Anlagen-, Fahrzeug- und Trafobau
Fläche Altlast (m²): 2.800 m²
Schadstoff(e) Organische Lösungsmittel (leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe)
Datum Ausweisung dekontaminiert: 01.06.2005
Status Maßnahme: abgeschlossen
Art der Maßnahme: Dekontamination
Sanierungsverfahren (Gruppe): Pneumatische Maßnahmen
Datum Aktualisierung Altlastenatlas: 01.06.2005

BESCHREIBUNG DER STANDORTVERHÄLTNISSE

Altstandort

Der Altstandort Fahrversuchsanlage Arsenal befindet sich im 3. Wiener Gemeindebezirk. Die Fahrversuchsanlage befindet sich im Arsenal – Objekt 210. Unmittelbar östlich des Objektes 210 verläuft die A23 Südosttangente und südlich befinden sich Kleingärten. Von 1961 bis 2003 wurde im Südteil des Objektes 210 eine Fahrversuchsanlage mit Klimawindkanal betrieben. Der Klimawindkanal wurde mit rund 22 Tonnen Trichlorethen als Wärmeträgermedium in einem geschlossenen Kreislauf betrieben. Unmittelbar südlich des Objektes 210 befindet sich ein Pumpenkeller und im Südwesten des Objektes 210 besteht die Kälteanlage (Objekt 211a). Die Kälteanlage ist mit dem Pumpenkeller durch einem Kollektorgang verbunden. Die Anlage wurde Ende 2003 außer Betrieb genommen und im Februar 2004 sämtliche Betriebsmittel entfernt sowie alle Anlagenteile endgereinigt.

Beschreibung der Untergrundverhältnisse

 Der Untergrund im Bereich des Altstandortes wird im Generellen wie folgt aufgebaut:

  • künstliche Anschüttungen bis ca. 9,5 m unter Gelände
  • quartäre Steine und Kiese (sandig) bis ca. 11,5 m unter Gelände
  • ab 11,5 m unter Gelände: tertiäre schluffige Tone

Die quartären Sedimente bilden den ersten Grundwasserleiter. Der Flurabstand des Grundwassers beträgt ca. 11 m. Die Mächtigkeit des Grundwasserkörpers ist sehr gering (rund 0,3 bis 0,8 m). Die Grundwasserströmung ist generell Richtung Ost gerichtet, das Grundwasserspiegelgefälle beträgt rund 0,3 %. Die Durchlässigkeit des Aquifers wurde mit rund 10-3 m/s ermittelt. Entsprechend dem derzeitigen Kenntnisstand ist in Teilbereichen des Arsenal-Areals kein zusammenhängender Grundwasserkörper vorhanden. Die schluffigen Tone bilden den ersten Grundwasserstauer.Die quartären Sedimente bilden den ersten Grundwasserleiter. Der Flurabstand des Grundwassers beträgt ca. 11 m. Die Mächtigkeit des Grundwasserkörpers ist sehr gering (rund 0,3 bis 0,8 m). Die Grundwasserströmung ist generell Richtung Ost gerichtet, das Grundwasserspiegelgefälle beträgt rund 0,3 %. Die Durchlässigkeit des Aquifers wurde mit rund 10-3 m/s ermittelt. Entsprechend dem derzeitigen Kenntnisstand ist in Teilbereichen des Arsenal-Areals kein zusammenhängender Grundwasserkörper vorhanden. Die schluffigen Tone bilden den ersten Grundwasserstauer.

Beschreibung der Schutzgüter und Nutzungen

Grundwassernutzungen im Abstrom der Altlast sind bis in eine Entfernung von rund 2 km nicht bekannt. Südlich des Objektes 210 befindet sich eine Kleingartensiedlung. Trinkwassernutzungen sind im näheren Umkreis keine bekannt.

 

GEFÄHRDUNGSABSCHÄTZUNG

Von 1961 bis 2003 wurde im Objekt 210 des Arsenals eine Fahrversuchsanlage mit Klimawindkanal betrieben. Als Wärmeträgermedium wurde Trichlorethen in einem geschlossenen Kreislauf eingesetzt. Aufgrund von Leckagen und einer langjährigen Versickerung von Tauwasser kam es zu einer Kontamination des Untergrundes mit Trichlorethen im Bereich des Tanks und des Pumpensumpfes.

Bei Bodenluftuntersuchungen im Jahr 1994 wurden Gehalte an Trichlorethen bis fast 8.000 mg/m³ im Schadenszentrum und bis über 800 mg/m³ bei Bohrpunkten im Freigelände analysiert. Die Hauptkontamination wurde in rund 5 bis 6 m unter Gelände festgestellt. Überschreitungen des Prüfwertes gemäß ÖNORM S 2088‑1 von 10 mg/m³ wurden bis in eine Entfernung von rund 25 m vom vermutlichen Schadenzentrum entfernt analysiert.

Von 1996 bis Ende 2003 wurde eine Bodenluftabsauganlage mit sechs Absaugpegeln betrieben und die abgesaugte Bodenluft über Aktivkohle gereinigt. Bei Bodenluftuntersuchungen im Jahr 2000 konnten nur mehr an zwei Stellen Überschreitungen des Prüfwertes in einer Tiefe von 5 m unter Gelände festgestellt werden. Die Trichlorethengehalte in den Absaugpegeln lagen im Jahr 2000 bereits zumeist unter dem Prüfwert, bei Messungen im Jahr 2004 wurde der Prüfwert bei keinem der Absaugpegel mehr überschritten.

Feststoffuntersuchungen ergaben großteils Gehalte an chlorierten Kohlenwasserstoffen unter den Prüfwerten gemäß Verwaltungsvorschrift über Orientierungswerte, Baden-Württemberg (0,2 mg/kg TS für Summe CKW, 0,02 mg/kg TS für CKW mit Siedepunkt <65°C und 0,001 mg/kg TS für kanzerogene CKW). Die Gehalte an Trichlorethen im Feststoff korrelieren gut mit den Gehalten in der Bodenluft und können als plausibel angesehen werden.

Bei Grundwasseruntersuchungen wurden 1995 in der abstromig des Schadenszentrums gelegenen Sonde 116045 deutliche Überschreitungen des Maßnahmenschwellenwertes gemäß ÖNORM S 2088‑1 für Trichlorethen (10 µg/l) analysiert, bei neuerlichen Untersuchungen im Jahr 1996 wurden keine Überschreitungen mehr festgestellt. Grundwasseruntersuchungen im Jahr 2001 und 2003 ergaben lediglich an einer abstromigen Sonde bei einer Messung eine Überschreitung des Prüfwerts von 6 µg/l gemäß ÖNORM S 2088‑1.

Um den Einfluss der Kontaminationen auf die Grundwasserqualität zu klären, wurden die Differenzschwellenwerte gemäß ÖNORM S 2088‑1 betrachtet. Von einer Beeinflussung des Grundwassers ist gemäß ÖNORM dann auszugehen, wenn der Differenzschwellenwert bei mindestens einem Parameter überschritten ist.

Die Auswertung der Differenzschwellenwerte in Bezug zur Anstromsonde 116076 zeigt, dass vor allem bei der Abstromsonde S 2 eine Beeinflussung der Grundwasserqualität durch Trichlorethen gegeben ist.

Weiters zeigen Überschreitungen der Differenzschwellenwerte bei einigen allgemeinen Parametern, dass eine Beeinflussung der Grundwasserqualität durch die Altablagerung (künstliche Anschüttungen bis ca. 9,5 m unter Gelände) durch erhöhte Mineralisierung gegeben ist.

Der Anteil an Trichlorethen an der Summe der chlorierten Kohlenwasserstoffe ist im Abstrom des Schadensbereiches höher als im anströmenden Grundwasser auch an Sonden an denen keine relevante Erhöhung der Trichlorethenkonzentration im Vergleich zum Anstrom festgestellt wurde.

Insgesamt sind die Auswirkungen der Untergrundverunreinigung auf das Grundwasser als gering zu bewerten. Die Schadstofffracht im Grundwasser ist sehr gering.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass in der ungesättigten Zone noch Restbelastungen mit Trichlorethen bis in eine Tiefe von rund 6 m unter Gelände vorliegen. Diese Restbelastungen sind vermutlich vor allem östlich des ursprünglichen Hauptschadensbereiches (Keller mit Trichlorethentank und Pumpensumpf). Im Grundwasserabstrom ist eine Erhöhung der Trichlorethengehalte im Vergleich zum Anstrom erkennbar, die Konzentrationen liegen deutlich unter dem Prüfwert gemäß ÖNORM S 2088‑1.

Aufgrund der Schadstoffverteilung in der ungesättigten Bodenzone und den geohydraulischen Standortbedingungen ist zukünftig keine unzulässige Belastung des Schutzgutes Grundwasser mit Trichlorethen mehr zu erwarten. Ein zukünftiger zusätzlicher Eintrag von Schadstoffen in den Untergrund ist aufgrund der erfolgten Anlagenstilllegung samt Entfernung aller Betriebsmittel nicht mehr möglich. Die Altlast W 19 „Fahrversuchsanlage Arsenal“ stellt keine erhebliche Gefahr für die Umwelt mehr dar und ist daher als saniert zu bewerten.

 

Datum der Texterstellung: Dezember 2004

.