Altlast T7: Rotteballendeponie Pill

Auf der „Rotteballendeponie Pill“ wurden im Zeitraum von 1973 bis 1990 auf einer Fläche von etwa 31 ha rund 800.000 bis 850.000 m³ vorgerotteter Hausmüll abgelagert, zum Teil vermischt mit geringen Anteilen an Bauschutt sowie in untergeordnetem Ausmaß industriellen Abfällen.

Die Altablagerung lässt sich in einen älteren Ostteil (Ablagerungen bis 1982) und den anschließend verfüllten Westteil unterteilen. Die einzelnen Deponieabschnitte wurden nach Abschluss mit gering durchlässigem Material und Bauschutt abgedeckt. Im Ostteil wurde die Oberflächenabdeckung nach 1995 verstärkt.

Bei Deponiegasuntersuchungen im Jahr 2004 wurde festgestellt, dass im Deponiekörper im Vergleich zu den Untersuchungen im Jahr 1994 ein Rückgang der Methangehalte sowie ein beginnender Sauerstoffeintrag zu beobachten ist. Im jüngeren Westteil ist jedoch auch aktuell noch eine nachhaltigere Deponiegasproduktion gegeben.

Im Grundwasser ist weiterhin eine deutliche Beeinträchtigung nachweisbar. Durch den Eintrag belasteter Deponiesickerwässer kommt es zu einer Sauerstoffzehrung im Grundwasser, der Ausbildung reduzierender Verhältnisse und einer erhöhten Mineralisierung. Im Vergleich der Ergebnisse der Untersuchungen der Jahre 1994 und 2004 ist generell ein Rückgang der Belastungen erkennbar. Insbesondere im Ostteil ist der Eintrag von Schadstoffen in das Grundwasser schon deutlich zurückgegangen. Insgesamt stellt die Altablagerung weiterhin eine erhebliche Gefahr für das Grundwasser dar.

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Schwaz,
Pill,
Pill,
1612, 1614, 1616, 1617, 1618, 1621, 1623
Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Schwaz,
Weer,
Weer,
1644, 1645, 1647, 1648, 1651, 1652, 1654, 1655, 1659, 1660, 1661, 1662, 1663, 1664, 1665, 1670/1, 1673, .197
Lage der Altlast : Altlast im GIS anzeigen
Art der Fläche: Altablagerung
Deponietyp: Kommunale Deponie
Art der Ablagerungen: Hausmüll
Ergebnis Beurteilung: erhebliche Kontamination
Fläche Altlast (m²): 310.000 m²
Volumen Altlast (m³): 850.000 m³
Schadstoff(e) Deponiesickerwasser (Ammonium)
Datum Eintrag Altlastenatlas: 25.03.1993
Datum der Prioritätenfestlegung: 27.12.1996
Priorität: 2
Status Maßnahme: in Durchführung
Art der Maßnahme: Dekontamination
Sanierungsverfahren (Gruppe): Deponiegasmaßnahmen
Datum Aktualisierung Altlastenatlas: 01.11.2006

Beschreibung der Altlast

Die „Rotteballendeponie Pill“ ist eine ca. 31 ha große Ablagerung von vorrangig vorgerottetem Hausmüll. Die Altlast kann räumlich und aufgrund unterschiedlicher Schüttzeiten in einen rund 12 ha großen, älteren Ostteil und einen etwa 19 ha großen jüngeren Westteil unterteilt werden.

Im Bereich der Altablagerung erfolgte im Allgemeinen jeweils der Abbau von Kies und mit der nachfolgenden Ablagerung von Abfällen eine Geländeanpassung und ‑erhöhung. Im Ostteil der Altablagerung wurde der Kiesabbau bis in Tiefen von rund 1,5 m durchgeführt, im Westteil bis rund 3 m.

In der Rotteanlage Pill wurden Hausmüll, hausmüllähnliche Gewerbeabfälle, Sperrmüll und Abfälle aus einer Shredder-Anlage in einer Prallmühle zerkleinert, homogenisiert und befeuchtet sowie in weiterer Folge durch eine Ballenpresse zu etwa 1,2 m³ großen Ballen gepresst. Diese Ballen ("Piller Standardballen") wurden auf einem befestigten Mietenplatz einer vier- bis sechsmonatigen Rotte unterzogen. Im Zeitraum vor 1980 wurde der zerkleinerte und homogenisierte Müll ohne vorherige Pressung zu Ballen in Mieten aufgeschüttet und vorgerottet. Neben Rotteballen bzw. ungepresstem vorgerotteten Müll wurden Bauschutt und industrielle Abfälle (vor allem Schlämme aus verschiedenen Industrie- und Gewerbebetrieben) abgelagert. Eine Abdichtung der Sohle erfolgte nicht.

Die Ablagerungen der Rotteballendeponie erfolgten im Ostteil im Zeitraum von etwa 1973 bis 1982, im Westteil etwa 1982 bis 1990. Das Volumen der abgelagerten Abfälle (ohne Bauschutt) kann mit einer Größenordnung von 800.000 bis 850.000 m³ abgeschätzt werden. Die Mengenaufteilung in West- und Ostteil ergibt jeweils rund 50% in jedem Teil. Die durchschnittliche Mächtigkeit der Ablagerungen beträgt im Ostteil rund 2,9 m, im Westteil rund 2,6 m.

Nach Abschluss der Ablagerungen erfolgten eine Überdeckung mit einer feinkörnigen Abdeckschicht (sandiger Schluff) sowie zum Teil Bauschutt und eine Rekultivierung mit einer humosen Bodenschicht (0,2 bis 0,3 m). Im Ostbereich wurde die Abdeckung nach 1995 deutlich verstärkt, sodass die Mächtigkeit der Abdeckung im Mittel rund 2,2 m beträgt. Im Westteil ist die Abdeckschicht im Mittel rund 1 m mächtig. Die Sohle der Altablagerung befindet sich im Ostteil der Deponie vermutlich nicht im Grundwasserschwankungsbereich, im Westteil lokal in geringem Ausmaß.

Beschreibung der Untergrundverhältnisse

Die Altablagerung befindet sich am Talboden des Inntales. Die natürliche Geländeoberfläche des Inntales im Bereich der Altablagerung befindet sich etwa auf 541 m ü.A., wobei gegen den südlichen Talrand ein sanftes Ansteigen auf etwa 550 m ü.A. gegeben ist. Im Untergrund stehen hauptsächlich fluviatile Lockersedimente (sandige Kiese) an. Vor allem gegen den südlichen Talrand zu sind aufgrund des Eintretens mehrerer Wildbäche in den Talboden, Schwemmfächer ausgebildet, sodaß in diesen Bereichen verstärkt sowohl Geröll- und Schutthorizonte als auch feinkörnige Gehängelehmhorizonte in die Mischkiese der Inntalniederung eingelagert sind.

Die im Bereich des Talbodens des Inntales außerhalb der Schwemmfächer oberflächennah anstehenden, kiesigen Sedimente zeigen generell einen relativ homogenen Aufbau mit unterschiedlichen Anteilen an steinigen bzw. sandigen Komponenten. In die Kiese sind wiederholt sandige Lagen eingebettet. Die Mächtigkeit dieser gut wasserdurchlässigen Kiese (Durchlässigkeitsbeiwerte etwa 10-3 m/s) beträgt am südlichen Rand der Altlast etwa 20 m und steigt nach Norden zur Mitte des Inntales auf rund 60 bis 70 m an. Unterhalb der kiesigen Schichten sind Schichtfolgen sandiger Sedimente mit steigenden Feinstkornanteilen (Schluff, Ton) anzutreffen. Bis in eine Tiefe von rund 70 m bestehen keine durchgehenden wasserstauenden Schichten. Das Inntal ist vermutlich sehr stark übertieft und die Sedimentfüllung teilweise mehr als 1.000 m mächtig.

Der Grundwasserspiegel befindet sich in rund 1 bis 2 m unter der Geländeoberfläche. Das Grundwasser strömt grundsätzlich talbegleitend von Südwesten nach Nordosten in spitzem Winkel zum Inn. In den südlichen Bereichen der Altablagerung erfolgt eine Einspeisung von Hangwässern in den Grundwasserkörper des Inntales. Da das Grundwasser sehr oberflächennah ansteht, ist zur Verbesserung der landwirtschaftlich genutzten Flächen am Talboden ein Entwässerungsgraben angelegt.

Die Durchlässigkeit des Aquifers beträgt rund 10-3 m/s, das Grundwassergefälle in Abhängigkeit der Wasserführung des Inns etwa 0,8 ‰. Der spezifische Grundwasserdurchfluss kann für die obersten 10 m  mit etwa 1,3 m³/m,d abgeschätzt werden.

Die nördliche Begrenzung der Ablagerung stellen ein Entwässerungsgraben und der Inn dar. Die Grundwasserstände werden maßgeblich durch den Wasserstand des Inns beeinflusst. Dem Umstand der Wasserkraftnutzung durch Speicherkraftwerke im Einzugsgebiet des Inns entsprechend, zeigt der Inn täglich Schwankungen des Wasserstandes zwischen 30 und 50 cm. Grundsätzlich stellt der Inn die natürliche Vorflut des Grundwassers dar. Sowohl in Abhängigkeit von dem ausgeprägten Tagesgang der Wasserspiegellagen als auch vor allem bei Hochwasserereignissen kommt es teilweise zu einer Exfiltration aus dem Inn in das Grundwasser. Entlang des Innufers kann es daher insbesondere bei Hochwasserführung des Inns zu einem Anstieg des Grundwassers in der Altablagerung kommen.

Aus den südlichen Hangbereichen des Inntales treten im Bereich der Altablagerung der Stadlerbach und der Ganglbach in den Talboden ein. Der Stadlerbach versickert bei normaler Wasserführung im Übergangsbereich zum Talboden. Bei erhöhter Wasserführung mündet der Stadlerbach in den nördlich an die Ablagerungen angrenzenden Entwässerungsgraben. Der Ganglbach befindet sich im Ostteil der Ablagerungen und mündet in den Inn.

Beschreibung der Schutzgüter und Nutzungen

Der Großteil der Fläche wird derzeit landwirtschaftlich genutzt, ein Teil liegt brach. Im zentralen Bereich befindet sich eine Recycling- und Sortieranlage, am östlichen Ende befindet sich ein Sportplatz. Im zentralen Teil schließt unmittelbar südlich der Altlast ein rund 5 ha großer Teilbereich mit vorwiegend Bauschuttablagerungen („Bauschuttdeponie Gewerbegebiet Weer“) an. Nutzungen des Grundwassers sind nicht bekannt.

Beurteilung des Schadstoff- und Reaktionspotenzials

Die Altlast „Rotteballendeponie Pill“ ist rund 31 ha groß und kann aufgrund räumlicher Gegebenheiten und unterschiedlicher Schüttzeiten in einen rund 12 ha großen, älteren Ostteil und einen etwa 19 ha großen, jüngeren Westteil unterteilt werden. Im Bereich der Altablagerung wurde im Allgemeinen Kies abgebaut und mit der nachfolgenden Ablagerung von Abfällen eine Geländeanpassung und –erhöhung durchgeführt.

Die Ablagerungen der Rotteballendeponie erfolgten im Ostteil im Zeitraum von etwa 1973 bis 1982, im Westteil etwa 1982 bis 1990. Das Volumen der abgelagerten Abfälle (ohne Bauschutt) kann mit einer Größenordnung von 800.000 bis 850.000 m³ abgeschätzt werden. Die Mengenaufteilung in West- und Ostteil ergibt jeweils rund 50 % in jedem Teil. Die durchschnittliche Mächtigkeit der Ablagerungen beträgt im Ostteil rund 2,9 m, im Westteil rund 2,6 m. Die Sohle der Altablagerung befindet sich im Ostteil der Deponie vermutlich nicht im Grundwasserschwankungsbereich, im Westteil lokal in geringem Ausmaß.

Nach Abschluss der Ablagerungen erfolgten eine Überdeckung mit einer feinkörnigen Abdeckschicht (sandiger Schluff) sowie zum Teil Bauschutt und eine Rekultivierung mit einer humosen Bodenschicht (0,2 bis 0,3 m). Im Ostbereich wurde die Abdeckung nach 1995 deutlich verstärkt, sodass die Mächtigkeit der Abdeckung im Mittel rund 2,2 m beträgt. Im Westteil ist die Abdeckschicht im Mittel rund 1 m mächtig.

Bis 1980 wurde der zerkleinerte und homogenisierte Müll ohne vorherige Pressung zu Ballen in Mieten vorgerottet. Untersuchungen haben ergeben, dass mit dieser Methode ein etwas besserer Abbau der organischen Substanz erzielt wurde als mit der nach 1980 praktizierten Form der Ballenrotte.

Bei Untergrundaufschlüssen (60 Bohrpunkte im Zuge der orientierenden deponiegasuntersuchungen sowie 27 Schurfe) wurde generell Hausmüll festgestellt, zum Teil mit geringen Anteilen an Bauschutt. Im westlichen Teil der Ablagerungen wurden auch lokal reine Bauschuttablagerungen festgestellt. Aus den Schurfen wurden Feststoffproben entnommen und auf ausgewählte Parameter analysiert. Überschreitungen der Prüfwerte gemäß ÖNORM S 2088‑1 wurden hauptsächlich an Mineralölkohlenwasserstoffen sowie an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen festgestellt, zum Teil waren auch bei Blei, Cadmium, Kupfer, Quecksilber und Zink Prüfwertüberschreitungen gegeben. Im Eluat wurden Prüfwertüberschreitungen vor allem bei Ammonium, Kohlenwasserstoffen und TOC festgestellt, an Schwermetallen waren zum Teil Aluminium, Arsen und Blei über dem Prüfwert. Generell sind die Schadstoffgehalte im West- und Ostteil der Ablagerungen vergleichbar, im Westteil sind die Konzentrationen etwas höher.

Aufgrund der Eluatuntersuchungen kann angenommen werden, dass die Schwermetalle generell schlecht löslich, bzw. komplex gebunden vorliegen, lediglich Arsen und Blei dürften besser löslich sein. Die festgestellten Mineralölkohlenwasserstoffe liegen etwa im Siedebereich von Schmierölen und sind dementsprechend als schlecht mobilisierbar zu bezeichnen. Auffallend ist, dass an den Eluaten der Abfallproben trotzdem deutlich erhöhte Gehalte nachgewiesen werden konnten.

Die Deponiegaszusammensetzung im Jahr 2004 zeigte im Vergleich zu den Ergebnissen aus 1994 einen deutlichen Rückgang der Methankonzentrationen und den beginnenden Eintrag von Sauerstoff, so dass Hinweise auf einen bereits fortschreitenden Abbau der organischen Substanz gegeben sind. Bei 24-stündigen Deponiegasabsaugversuchen wurde im Ostteil der Ablagerungen generell abnehmende Tendenz der Methangehalte festgestellt, im Westteil hingegen blieben die Methankonzentrationen relativ konstant auf hohem Niveau.

Aufgrund des Alters der abgelagerten Abfälle und der Ergebnisse der Deponiegasmessungen ist zu vermuten, dass im Ostteil der Ablagerungen nur mehr eine verringerte Deponiegasproduktion stattfindet. Durch die Vorrotte und die geringe Ablagerungsmächtigkeit erscheint es plausibel, dass der Abbau der organischen Substanz im bisherigen Ablagerungszeitraum von 25 bis 35 Jahren bereits weit fortgeschritten ist. Ein aktives Ausgasen von Deponiegas ist aufgrund der Ergebnisse zukünftig nicht bzw. höchstens lokal in geringem Ausmaß zu erwarten.

Auch im Westteil ist vermutlich nicht mehr oder nur lokal begrenzt mit aktivem Ausgasen von Deponiegas zu rechnen, die Deponiegasproduktion ist jedoch noch höher als im älteren Ostteil.

Die im Jahr 1994 generell festgestellte Belastung des Deponiegases mit aromatischen Kohlenwasserstoffen und leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen konnte bei den Untersuchungen 2004 nicht mehr nachgewiesen werden.

Beurteilung der Schadstoffausbreitung im Grundwasser

Im Grundwasser wurde sowohl 1994/95 als auch im Jahr 2004 eine deutliche Beeinträchtigung nachgewiesen. Das Grundwasser im Bereich der Altlast zeigt eine deutlich erhöhte Mineralisierung und weist reduzierende Verhältnisse auf, weiters sind deutlich erhöhte Bor- und AOX-Gehalte zu beobachten.

Die Gegenüberstellung der Ergebnisse der Grundwasserbeweissicherung in den Jahren 1994/95 mit den Ergebnissen aus dem Jahr 2004 zeigt insgesamt eine deutliche Abnahme der Belastung im Grundwasser. Im westlichen Ablagerungsbereich ist dabei nur in geringem Umfang eine Veränderung bzw. ein Rückgang der Grundwasserverunreinigung erkennbar. Im Ostteil ist eine deutliche Verbesserung der Grundwasserqualität eingetreten. Bei Auswertung der Untersuchungsergebnisse aus dem Jahr 2004 ist festzustellen, dass durch den Zustrom verunreinigten Grundwassers aus dem Westteil deutliche Vorbelastungen gegeben sind und es im Ostteil zu keiner weiteren Erhöhung sondern im Abstrom nahe des Inns zu einer Abnahme der Belastungen kommt.

Der Anstieg des Sauerstoffgehaltes sowie der Rückgang von Ammonium weisen darauf hin, dass die anaeroben Abbauvorgänge im Deponiekörper im Ostteil bereits deutlich weiter fortgeschritten sind als im westlichen Teil der Rotteballendeponie. Inwieweit die Besserung der Grundwasserqualität im Ostteil der Roteballendeponie Pill auf die nachträglich verstärkte Abdeckschicht und Verringerung des Sickerwassers zurückzuführen ist, kann mangels detaillierterer Untersuchungen nicht angegeben werden.

Zum Teil wurden im Bereich der Ablagerungen sowie im Grundwasserabstrom deutlich erhöhte Arsengehalte nachgewiesen. Bei Feststoffuntersuchungen wurden keine erhöhten Gesamtgehalte hinsichtlich Arsen nachgewiesen, im Eluat wurden vereinzelt erhöhte Arsengehalte festgestellt. Ein räumlicher Zusammenhang zwischen den erhöhten Eluatgehalten und der Grundwasserbelastung ist nicht gegeben. Für die festgestellten Arsenbelastungen in der Deckschicht kann derzeit keine schlüssige Erklärung gegeben werden.

Da weder im Grundwasseranstrom noch seitlich der Ablagerungen Arsen in erhöhten Konzentrationen nachgewiesen wurde, muss davon ausgegangen werden, dass die Arsenbelastungen im Grundwasser durch die „Rotteballendeponie Pill“ verursacht werden. Es kann jedoch nicht abschliessend beurteilt werden, ob es sich um einen direkten Schadstoffeintrag aus dem Deponiekörper (inklusive Abdeckung) handelt oder durch das Deponiesickerwasser eine Mobilisierung von Arsen aus dem Untergrund, d.h. den natürlich anstehenden sandigen Kiesen erfolgt.

Gefährdungsabschätzung - Zusammenfassung

Entsprechend der Beurteilung der Untersuchungsergebnisse stellt die Altablagerung insgesamt eine erhebliche Gefahr für das Grundwasser dar. Die Auswertung der Daten zeigt jedoch, dass bei der Altlast „Rotteballendeponie Pill“ insbesondere in Bezug auf das aktuelle Schadstoff- und Reaktionspotenzial und den Wasserhaushalt eine Differenzierung zwischen dem älteren Ostteil und dem Westteil zweckmäßig ist.

Der Ostteil der „Rotteballendeponie Pill“ lässt sich wie folgt charakterisieren:

  • Die Stärke der Abdeckung beträgt im Mittel etwa 2,2 m.
  • Es wurden vor allem vorgerotteter Hausmüll mit geringen Anteilen an Bauschutt sowie untergeordnet industrielle Abfälle abgelagert. Das Alter der Ablagerungen liegt zwischen 25 und 35 Jahren. Die Ablagerungsmächtigkeit beträgt durchschnittlich 2,9 m.
  • Der Abbau der organischen Substanz ist schon relativ weit fortgeschritten, so dass kurz- bis mittelfristig eine weitestgehende Reduktion der Deponiegasproduktion erwartbar ist.
  • Die Ablagerungen reichen vermutlich nicht bis in den Grundwasserschwankungsbereich.
  • Aktuell findet nur mehr lokal ein erhöhter Schadstoffaustrag in das Grundwasser statt und auf Grund der flächig vorhandenen Abdeckschicht mit geringer Durchlässigkeit ist auch zukünftig kein erhöhter Sickerwasseraustrag in das Grundwasser zu erwarten.
  • Im Vergleich mit den durch den Westteil verursachten Vorbelastungen des Grundwassers ist im Grundwasserabstrom eine leichte Verbesserung der Grundwasserqualität zu beobachten.

Der Westteil der „Rotteballendeponie Pill“ lässt sich wie folgt charakterisieren:

  • Die Stärke der Abdeckung beträgt im Mittel 1,0 m.
  • Es wurden vor allem in Ballen vorgerotteter Hausmüll mit geringen Anteilen an Bauschutt sowie untergeordnet industrielle Abfälle und lokal reiner Bauschutt abgelagert. Die Ablagerungsmächtigkeit beträgt durchschnittlich 2,6 m. Das Alter der Ablagerungen liegt zwischen 15 und 25 Jahren.
  • Der geringeren Ablagerungsdauer entsprechend ist der Abbau der organischen Substanz weniger weit fortgeschritten ist, so dass auch mittelfristig noch mit einer anhaltenden Deponiegasproduktion zu rechnen ist.
  • Die Ablagerungen reichen lokal bis in den Grundwasserschwankungs-bereich.
  • Aktuell ist weiterhin ein erheblicher Schadstoffaustrag in das Grundwasser gegeben, der auch mittelfristig anhalten wird.
  • Im Grundwasserabstrom ist im Vergleich mit dem Grundwasseranstrom eine deutliche Veränderung und anhaltende Beeinträchtigungung der Grundwasserqualität gegeben.

Datum der Texterstellung: Juni 2006