Gesicherte Altlast T10: Deponie Pflach

Bei der Altlast T 10 „Deponie Pflach“ handelt es sich um eine von etwa 1976 bis 1993 betriebene Deponie, auf der Hausmüll, Bauschutt und Sperrmüll sowie gewerbliche und industrielle Abfälle abgelagert wurden. Das Volumen kann mit 130.000 m³ abgeschätzt werden. Die Deponie wurde ohne Basisabdichtung errichtet, die Abfallschüttung erfolgte teilweise direkt in das Grundwasser.

Das Grundwasser wies im Abstrom der Altlast durch den Eintrag von Sickerwasser Belastungen auf, zuletzt hauptsächlich durch Ammonium. Im Zeitraum von 1996 bis 2000 wurde auf die Deponie eine Oberflächenabdeckung aufgebracht und diese rekultiviert.

Durch diese Maßnahme konnte der Sickerwassereintrag in das Grundwasser signifikant reduziert werden. Zudem ging die Ammoniumbelastung des Grundwassers deutlich zurück. Die in den letzten Jahren festgestellten Konzentrationen und Frachten liegen deutlich unter den standortspezifisch festgelegten Zielwerten. Die Altlast T 10 „Deponie Pflach“ kann daher als gesichert bewertet werden. Zur Kontrolle der weiteren Wirksamkeit der Sicherungsmaßnahmen ist die Fortführung eines Beweissicherungsprogramms auf unbestimmte Zeit notwendig.

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Reutte,
Pflach,
Pflach,
60, 61/3, 62/3, 981/1, 990/1, 990/6
Lage der Altlast : Altlast im GIS anzeigen
Art der Fläche: Altablagerung
Deponietyp: Kommunale Deponie
Art der Ablagerungen: Hausmüll,
Bauschutt
Ergebnis Beurteilung: erhebliche Kontamination
Fläche Altlast (m²): 30.000 m²
Volumen Altlast (m³): 130.000 m³
Schadstoff(e) Deponiesickerwasser (Ammonium)
Datum Eintrag Altlastenatlas: 31.03.1995
Datum der Prioritätenfestlegung: 07.07.1995
Priorität: 3
Datum Ausweisung gesichert: 15.10.2008
Status Maßnahme: in Durchführung
Art der Maßnahme: Sicherung
Sanierungsverfahren (Gruppe): Abdeckungen
Datum Aktualisierung Altlastenatlas: 01.09.1995

Beschreibung der Altablagerung

Die ca. 3 ha große Altablagerung „Deponie Pflach“ liegt zwischen den Orten Pflach und Reutte in den östlichen Lechauen und diente diesen beiden Gemeinden von etwa 1976 bis 1993 als Deponie für Hausmüll, Bauschutt und Sperrmüll sowie gewerbliche und industrielle Abfälle.

Die Mächtigkeit der Ablagerung beträgt ca. 4 m bis 5 m, die abgelagerte Abfallmenge etwa 130.000 m³. Die Schüttung erfolgte ohne Errichtung einer Basisabdichtung teilweise direkt in das anstehende Grundwasser. Bei mittleren Grundwasserständen ist der Deponiekörper bis zu etwa 1/6, bei sehr hohen Grundwasserständen bis zu 50 % eingestaut.

Vor Errichtung der Deponie befanden sich auf dem Areal zwei Bachläufe (Brunnenwasserbach 1 und 2), die nördlich der Deponierungsfläche in einen flachen Teich mündeten. Im Zuge der Vorarbeiten für die Deponierung wurden die beiden Bäche zusammengefasst und an den westlichen Deponierand verlegt. Die ehemaligen Bachläufe wurden ebenfalls verfüllt, sodass in diesen Bereichen die Deponiesohle tiefer als auf der restlichen Fläche liegt. Von der Deponiemitte führen auf dem Niveau der Deponiesohle an drei Stellen Drainageleitungen nach Westen in den verlegten Brunnenwasserbach, mittels derer jedoch nicht Sickerwasser sondern hauptsächlich Grundwasser erfasst wird.

Beschreibung der Untergrundverhältnisse

Der Untergrund im Bereich der Deponie wird bis in eine Tiefe von über 20 m aus kalkalpinen Kiesablagerungen mit sandigen und schluffigen Beimengungen gebildet. Der mehr als 20 m mächtige Grundwasserbegleitstrom des Lech liegt in diesen Kiesen. Er wird im Bereich der Deponie zusätzlich durch Hangwasser vom östlichen Talrand beeinflusst. Das Grundwasser fließt dementsprechend in Richtung Norden bis Westen. Der Flurabstand beträgt anstromig der Deponie etwa 2 m und abstromig etwa 4,5 m. Der aus Pumpversuchen ermittelte Durchlässigkeitsbeiwert beträgt ca. 10‑3 m/s, das hydraulische Gefälle im Bereich der Deponie etwa 5 ‰. Daraus lässt sich die mittlere hydraulische Fracht mit 8,6 m³ pro Tag und Querschnittsmeter abschätzen. Bei einer Abstrombreite von 300 m ergibt sich daher über die gesamte Grundwassermächtigkeit von 20 m eine hydraulische Fracht von rund 2.600 m³.

Beschreibung der Schutzgüter und Nutzungen

Der Hauptarm des Lech fließt etwa 300 m westlich der Deponie, sein Überschwemmungsgebiet reicht an die Deponie heran und ist von dieser durch einen Damm getrennt. Unmittelbar westlich der Ablagerung fließt der im Zuge der Ablagerungstätigkeit verlegte Brunnenwasserbach, der den Vorfluter für das Deponieareal bildet. Nördlich der Ablagerung befindet sich ein flacher Teich, der gegen die Deponie ebenfalls mit einem Damm abgegrenzt ist.

Die Deponieoberfläche ist rekultiviert. Im Umfeld liegen landwirtschaftlich genutzte Flächen. Abstromig liegt in ca. 1,5 km Entfernung zur Altablagerung ein derzeit nicht in Betrieb befindlicher Nutzwasserbrunnen der Gemeinde Pflach.

Gefährdungsabschätzung

Die Analysenergebnisse von Bodenluftproben aus dem Bereich der Altablagerung zeigten im Vergleich mit der für den anaeroben Abbau organischer Substanzen (Hausmüll) typischen Zusammensetzung von Deponiegasen (z. B. Methan 40 Vol‑% bis 60 Vol‑%, Kohlendioxid 20 Vol‑% bis 40 Vol‑%), dass vor allem im nördlichen Teil, dem zuletzt betriebenen Abschnitt der Deponie, eine anhaltende Deponiegasproduktion gegeben war. Die Ergebnisse der Analyse der Eluate von Abfallproben bestätigten anhand erhöhter Konzentrationen bei den Parametern CSB und Ammonium, dass es sich bei den abgelagerten Abfällen größtenteils um hausmüllähnliche Abfälle handelte.

Die Grundwasseruntersuchungen von Dezember 1992 bis November 1993 ergaben Belastungen durch die Parameter AOX (max. 85 µg/l), DOC und TOC an den zum damaligen Zeitraum im Abstrom der Ablagerung vorhandenen Messstellen (P3 und P4). Diese erhöhten Messwerte waren nur an einzelnen Probenahmeterminen feststellbar.

Aufgrund der Untersuchungsergebnisse war zusammenfassend festzustellen, dass durch die Deponie eine erhebliche Gefährdung des Grundwassers gegeben war. Die Altlast T 10 „Deponie Pflach“ wurde in die Prioritätenklasse 3 eingestuft.

Sicherungsmaßnahmen

Im Zuge der 1996 bis 2000 durchgeführten Sicherungsmaßnahmen an der Altlast T 10 „Deponie Pflach“ wurde auf die Altablagerung eine Oberflächenabdeckung aufgebracht und diese rekultiviert. Dadurch konnte die in das Grundwasser eingetragene Sickerwassermenge um rund 40 % reduziert werden. Zudem verringerte sich die zuvor von der Altlast ausgehende Ammoniumbelastung des Grundwassers deutlich. Die zuletzt gemessenen Konzentrationen und abgeschätzten Frachten liegen deutlich unter den standortspezifisch festgelegten Zielwerten, sodass von der Altlast keine erhebliche Gefährdung für die Umwelt mehr ausgeht. Langfristig ist mit einer weiteren Reduktion der Schadstofffrachten zu rechnen.

Die Altlast T 10 „Deponie Pflach“ kann daher als gesichert bewertet werden.

Datum der Texterstellung: März 2008